Basketball: BBZ denkt schon weiter voraus
VON SEBASTIAN LAULE - zuletzt aktualisiert: 12.02.2010Wenn der deutsche Meister beim Aufsteiger vorstellig wird, gibt es eigentlich keine anderen Gesprächsthemen. "Spiel des Jahres", "absolutes Highlight" oder "Feiertag" lauten meist die Worte, mit denen der Außenseiter seine Vorfreude beschreibt.
Bei Basketball-Bundesligist SG BBZ Opladen liegen die Dinge allerdings anders. Ganz tief im Abstiegskampf steckend verkommt das Duell mit dem DBBL-Tabellenführer Saarlouis am Sonntag (Heisenberg-Halle, 15 Uhr) beinahe zur lästigen Pflichterfüllung.
"Wir wissen, dass wir gegen Saarlouis absolut nichts zu bestellen haben", sagt Markus Pohle, "im Grunde bereiten wir uns schon auf die Spiele danach vor, denn dann geht es wirklich um alles." Der Pessimismus des Opladener Trainers ist berechtigt. Bereits im Hinspiel beim 65:89 hatte seine Mannschaft gegen die unter Profibedingungen arbeitenden Saarländer nicht den Hauch einer Chance. "Das ist ein ganz anderer Kosmos", sagte Pohle damals.
Dennoch täte sein Team gut daran, nicht schon jetzt an das, was danach kommt, zu denken. Natürlich stehen die Chancen für einen Erfolg gegen Teams wie Wolfenbüttel, Herne und Leipzig höher als gegen den amtierenden Meister, aber die drohende Klatsche gegen die Saarländer dürfte kaum für Rückenwind sorgen. Die BBZ darf sich zudem kaum darauf verlassen, dass die Leipziger sich bis zum direkten Duell auch mit dem Punkten zurückhalten. Dann könnte ein Erfolg nicht zum Sprung über die rote Linie reichen.
"Wir müssen endlich anfangen, die existentiellen Dinge über 40 Minuten umzusetzen", fordert Pohle, der sein Team über die komplette Karnevalszeit durchtrainieren lässt. Immerhin an Einsatz mangelte es seinen Spielerinnen auch bei der Niederlage bei Donau-Ries nicht. Nur scheinen einige Opladenerinnen beinahe völlig vergessen zu haben, wo der Korb hängt. "Von den Flügeln muss eindeutig mehr kommen", sagt Pohle.
Das mag daran liegen, dass Madita Block nach dem Ausfall von Jana Meyer im Aufbau aushelfen muss. Wobei die 27-Jährige auch vorher im Schnitt nur sechs Punkte pro Partie erzielte. Insgesamt fehlt von außen die nötige Entlastung, wenn die Center hart verteidigt werden. "Die Mannschaft hat gegen Donau-Ries toll gekämpft, aber ich hatte das Gefühl, wir würden nicht mal einen Scheunentor treffen", sagte Pohle. Inklusive Saarlouis bleiben der SG BBZ noch sechs Partien. Wenn der Erfolg weiter ausbleibt könnten es Abschiedsspiele. werden
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