Fußball: Blockbildung mit Tücken
VON RALPH ELSEN - zuletzt aktualisiert: 15.07.2008Derzeit muss Trainer Ulf Kirsten viel improvisieren bei der Vorbereitung von Bayers Regionalliga-Fußballern. Das Team ist noch in drei Teile gespalten. Die neuen Youngster wie Sukuta und Risse versprechen einiges.
Zwei wollen noch weg
Von den Abgängen der Leverkusener fallen vor allem Kim Falkenberg (Rot-Weiß Oberhausen) und Slobodan Lakicevic (SV Wehen-Wiesbaden) ins Gewicht. Deniz Naki und Mohammed Lartey wollen den Verein ebenfalls verlassen, haben aber noch keinen neuen Klub gefunden. Naki spielt derzeit die U 19-EM, Lartey hält sich im Moment bei Bayer im Training fit.
Vorbereitungszeit ist immer auch Improvisationszeit, erst recht, wenn man Fußballtrainer von Bayer Leverkusens „Zweiter“ ist. Da geht es Ulf Kirsten kein bisschen anders als seinen Vorgängern Ralf Minge, Peter Hermann, Thomas Hörster oder zu früheren Zeiten schon Gerd Kentschke. Im Moment kann der „Schwatte“ gerade mal fünf Feldspieler plus Torwart beim Übungsprogramm begrüßen: Arslan, Schauerte, Marquet, Schultens und Scannewin nebst Keeper Thiel sind derzeit die einzigen Akteure des Regionalliga-Kaders, den (etwa ebenso großen) Rest bilden diverse Gastspieler, ob aus Australien oder Frankreich. „Besonders günstig ist das natürlich nicht“, meint Kirsten, „aber entscheidend ist, dass wir zum Saisonstart ein gutes Team auf den Platz bringen werden.“
Bis zum Meisterschaftsbeginn am 16. August mit dem Duell beim SC Verl wird es für Kirsten und seinen Assistenten Dirk Dreher darauf ankommen, den Prozess des Verzahnens voranzutreiben. Derzeit jedenfalls splittet sich das Aufgebot in drei Teile: Diejenigen, die hier trainieren (dazu kommen noch die derzeit verletzten Happe und Zieba), dann das Quartett an Youngstern, das derzeit bei der U 19-EM in Tschechien dabei ist (Reinartz, Risse, Oczipka und Sukuta) sowie schließlich die Talente, die die Vorbereitung bei den Profis absolvieren (Hegeler, Grischok, Kratz, Kurdov, Selmani, Petersch, Giefer). Diese Blöcke gilt es bald Gewinn und Harmonie bringend zusammen zu führen.
Neue Mannschaft, neue Liga, neues Stadion: Von Gewohnheit oder gar Routine wird zunächst nichts zu spüren sein bei den Leverkusenern. Insbesondere der auf zwei Jahre angelegte Umzug ins Kölner Südstadion, wo die Leverkusener künftig ihre „Heimspiele“ bestreiten, wird zumindest zu Beginn mit einem gewissen Fremdeln einhergehen. „Sicher ist das nicht ideal, aber da müssen wir nun durch. Wehklagen hilft uns nicht weiter“, sagt Kirsten.
In sportlicher Hinsicht hat sich der Aufsteiger hohe Ziele gesetzt. Natürlich steht der Klassenerhalt an oberster Stelle, aber allgemein formuliertes Ziel ist es, die Zugehörigkeit zur vierten Liga ohne Zittern zu erhalten. „Ein Platz im Mittelfeld, gerne einstellig“, lautet Kirstens und Drehers Vorgabe. Die sieben Neuzugänge, allesamt aus dem eigenen Nachwuchs, bringen viel Potenzial mit, ob Richard Sukuta im Sturm, Marcel Risse im rechten Mittelfeld oder die Außenverteidiger Bastian Oczipka und Oliver Petersch. Auch Sascha Marquet und Sevdail Selmani traut das Trainergespann einiges zu. Ein in der Offensive tauglicher Linksfuß wird noch gesucht.
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