Volleyball: Die schwere Pflicht
VON RALPH ELSEN - zuletzt aktualisiert: 12.01.2009Leverkusens Volleyballerinnen quälten sich zum Erfolg gegen Aufsteiger Chemnitz.
Piccolinis Comeback war ein Lichtblick, der zweite Satz ein Ärgernis.Diesem Antrag wollte sie sich dann doch lieber entziehen. „Na, Jule, juckt’s nicht mal wieder in den Fingern?“, sagte Jürgen Rothe zu Julia Schlecht, nachdem Bayers Manager die ehemalige Zuspielerin der Leverkusener Volleyballerinnen am Samstag unter den Zuschauern in der Dopatka-Halle entdeckt hatte. Schlecht, die ihre Karriere im vergangenen Jahr beendete und gerade geheiratet hat, entgegnete flink: „Och, lass mal, ihr kriegt das doch auch alleine ganz gut hin.“ Der anschließende Auftritt des Bayer-Teams gegen den noch sieglosen Aufsteiger Fighting Cangaroos Chemnitz schien allerdings eher dazu geeignet, diesen Eindruck in Zweifel zu ziehen: Die Leverkusenerinnen quälten sich in einer recht unansehnlichen Begegnung zu einem 3:1 (25:18, 21:25, 25:21, 25:17)-Erfolg gegen den biederen Frischling aus dem Osten.
„Wir haben leider erst am Ende so gespielt wie geplant, vorher waren wir viel zu hektisch“, sagte Nadja Schaus, die noch die besten Werte im Angriff aufwies, nach der schweren Pflicht. Zu hektisch, zu schläfrig, zu unpräzise, zu drucklos: Der Adjektive hätten sich viele finden lassen nach einem Auftritt, der im zweiten Satz sogar zu einem echten Ärgernis geriet. 10:1 führte Bayer bereits, als die Truppe offenbar glaubte, den bis dahin völlig chancenlosen Neuling aus dem Stand heraus kontrollieren zu können. Das Resultat des ungenügenden Verwaltungsaufwandes: ein peinliches 21:25. „Das hat mir natürlich auch nicht gefallen“, meinte Trainer Dirk Sauermann, der aber für etwas Verständnis und Milde in der Beurteilung warb, „weil wir die ganze Woche über richtig hart trainiert haben – alles mit Schwerpunkt auf die beiden folgenden Duelle mit Wiesbaden und Hamburg. Die Mädels haben ja teilweise mit Muskelkater auf dem Feld gestanden.“
Erfreulich immerhin das gelungene Comeback von Mittelblockerin Lindsay Piccolini nach ihrer Meniskusoperation, auch wenn die Amerikanerin im Angriff noch längst nicht wieder zur gewohnten Sicherheit gefunden hat. „Das braucht auch noch etwas Praxis“, betont Sauermann, „aber im Block verhilft sie uns gleich wieder zu mehr Stabilität.“ Sechs Punkte gelangen Piccolini in der Verteidigung am Netz, eine gute Quote. Recht ordentlich auch die Leistung von Libera Donata Huebert.
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