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Jupp Heynckes ap 2009 panorama 446er
  Foto: AP, AP
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Bayer Leverkusen: "Don Jupp" hat wieder Blut geleckt

zuletzt aktualisiert: 19.11.2009 - 16:35

Viele Altersgenossen denken an die Rente, der 64-jährige Jupp Heynckes mischt dagegen mit Bayer Leverkusen lieber die Bundesliga auf. Der Trainer-Routinier tritt am Sonntag (15.30 Uhr/Live-Ticker) mit dem Werksklub als Spitzenreiter bei seinem Ex-Klub Bayern München an, der ihn am 27. April als Nachfolger von Jürgen Klinsmann aus dem Vorruhestand zurück auf die Fußballbühne geholt hatte.

Für fünf Spiele sprang er auf Wunsch der Bayern-Führung ein, sicherte dem Rekordchampion mit vier Siegen und einem Unentschieden noch die Vizemeisterschaft hinter dem VfL Wolfsburg und damit die direkte Champions-League-Qualifikation. Und das Intermezzo an der Säbener Straße entfachte neues Feuer bei "Don Jupp".

"Da ist plötzlich mein Motor wieder auf Temperatur gekommen. Ich habe wieder Gefallen am Trainerjob gefunden", sagte Heynckes, der derzeit älteste Bundesliga-Coach. Und nun will er mit Bayer den ersten Sieg bei den Bayern seit 1989 feiern. "Warum sollten wir nicht in München gewinnen?", fragte der erfahrene Coach kess.

Junge Spieler haben Respekt

Als Bayer im Sommer bei ihm anklopfte, gab es recht schnell die Zusage des weitgereisten Fußballlehrers. Der Werksklub und Heynckes - die Chemie stimmt und der Erfolg erst recht. "Gerade die jungen Spieler haben vor Jupp Heynckes einen ganz natürlichen Respekt", äußerte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

Leverkusen landete mit dem alten Trainerfuchs Heynckes einen Glücksgriff, die Bayern hatten sich zuvor bereits für Louis van Gaal als Chefcoach entschieden. Die Rheinländer sind derzeit der Liga-Primus, die Bayern mit sechs Punkten Rückstand nur Achter und hinken den eigenen Ansprüche meilenweit hinterher.

Als Heynckes in München anheuerte, gab es etliche, die schmunzeln mussten und Häme verbreiteten. Der Welt- und Europameister galt nach seinen nicht gerade erfolgreich verlaufenden Trainer-Gastspielen bei Schalke 04 (Juni 2003 bis September 2004) und Borussia Mönchengladbach (Juli 2006 bis Januar 2007) als Auslaufmodell. Die Methoden des Coaches, der Real Madrid 1998 zum Champions-League-Triumph geführt hatte, galten als veraltet.

Den Spaß wiedergefunden

In München fand Heynckes aber den Spaß am Fußball zurück und vermittelte diese Freude auch den Bayern-Stars. Ähnlich ist es jetzt in Leverkusen, Heynckes findet den richtigen Ton im Umgang mit der jungen Mannschaft und hat die Spielweise der Werkself erfolgreich verändert.

Statt Hurra-Fußball um jeden Preis wie unter Bruno Labbadia in der vergangenen Spielzeit zeigt Bayer auch dank des Innenverteidiger-Hünen Sami Hyypiä abgeklärtes Offensivspiel. Leverkusen wirkt gefestigt und läuft nicht mehr ins offene Messer. "Zunächst einmal braucht es eine gute Defensivorganisation. Jeder muss wissen, was er in der Vorwärts- und Rückswärtsbewegung zu leisten hat", sagte Heynckes im 11Freunde-Interview.

Die Null steht

Siebenmal spielte seine Mannschaft in dieser Saison in der Bundesliga schon zu Null. Das Fußball-Spektakel kam dabei aber auch nicht zu kurz. Zuletzt zeigte die Heynckes-Elf beim 4:0 gegen Eintracht Frankfurt eine Gala-Vorstellung. Dass der Chefcoach in dieser Begegnung noch etliche Leistungsträger wie Rene Adler, Simon Rolfes, Patrick Helmes, Renato Augusto und Michal Kadlec ersetzen musste, merkte eigentlich niemand. Die Jungen wie Stefan Reinartz, Daniel Schwaab oder Lars Bender haben kein Fracksausen. Und sie wissen, dass sie Fehler machen dürfen.

Auch Heynckes scheint sich geändert zu haben. Der Bayer-Trainer wirkt gelassener, souveräner als in früheren Jahren. Der 220-malige Bundesliga-Torschütze, dessen Gemütszustand man häufig an der Rotfärbung seines Gesichts ablesen konnte, galt als dünnhäutig. In Leverkusen gab es bislang keinen "Osram"-Auftritt. Und wenn es nach Bayer-Profis geht, wollen sie ihrem Chef auch keinen Anlass dazu geben.

Quelle: SID/can

 
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