Handball: Ein Sahne-Tag für den LTV
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 15.02.2010Vor dem Wurf sei ihm dies durch den Kopf gegangen: "Du musst treffen, treffen, treffen!" Kaum hatte der Ball die Hand verlassen, geisterte durch den selben Kopf die Frage: "Kommt der Torhüter noch mit dem Fuß dran?" Nein, kam er nicht. So durfte der Kopf, der binnen Sekundenbruchteilen so viel zu verarbeiten hatte und der auf den Schultern von Florian Korte saß, eine Viertelstunde später ein breites Lächeln zeigen. Sein Tor sorgte Sekunden vor Schluss für einsetzende Partystimmung in der Halle Am Hammer und für Tristesse bei den Gästen vom TV Hüttenberg.
Es war der Treffer zum 35:35 (18:15) und zugleich das Ende einer kurvenreichen Partie. Die Leichlinger begannen bärenstark und gaben per Körpersprache zu verstehen, dass Punkte gegen den LTV – anders als in der Hinrunde – hart erarbeitet werden müssen. Da auf der anderen Seite "Hüttenberg nicht wie ein Aufstiegskandidat aufgetreten ist" (Korte), gaben die Hausherren den Takt vor und führten, vor allem dank David Krecklers traumwandlerischer Quote von rechtsaußen und vom Siebenmeterpunkt, verdient zur Pause.
Es folgte ein Bruch: Auf Nachlässigkeiten in der Abwehr – ihre linke Seite bekamen die Leichlinger nie ganz dicht – folgten Fehler in der Offensive und eine Viertelstunde vor Ende ein Vier-Tore-Rückstand. "Da war klar, dass wir das nur noch über die Emotionen umbiegen können", meinte Trainer Frank Lorenzet, der momentan nicht aus dem Komplimente-Verteilen an sein Team herauskommt. Denn das steckte trotz fast permanenter Unterzahl (Zeitstrafen: LTV: 9, Hüttenberg: 4) nie auf. Selbst als die Hessen 42 Sekunden vor Ende mit dem 35:33 den Auswärtssieg eigentlich schon festgezurrt hatten, den sie durch eigene Tändeleien und Tore durch Christian Born und Korte noch hergaben.
Neben Kreckler fußte der Punktgewinn insbesondere auf dem erneut vorne quirligen Valdas Novickis und der Einwechslung von Torhüter Matthias Reckzeh, der in der Schlussviertelstunde etwas mehr hielt als überhaupt zu halten war. "Das ist das, was wir brauchen", erläuterte Korte das derzeitige LTV-Erfolgsrezept: "die richtige Einstellung zum Kampf und Leute, die einen Sahne-Tag erwischt haben und das ganze Team mitziehen".
LTV: Ross, Reckzeh (ab 45.) – Kreckler (13/5), Novickis (8), Korte (5), Kedzo (3), Göller (2), Born (2), Pistolesi (1), Schumacher (1), Buss, Ellenberg.
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