Eine Philosophie für alle
VON RALPH ELSEN - zuletzt aktualisiert: 22.09.2006Leverkusens Volleyballerinnen starten heute in Dresden und Sonntag gegen Münster in die Bundesliga. Der neue Trainer Salomoni fordert vor allem Flexibilität von seinem neu formierten Team.
Mehr kann man da doch gar nicht erwarten. „Ich bin auf alles vorbereitet“, sagt Alberto Salomoni ganz salomonisch, wenn er auf die Aussichten seiner Leverkusener Volleyballerinnen beim Saisonstart angesprochen wird. „Für uns kann es sehr schnell sehr gut laufen. Es kann aber auch passieren, dass wir Geduld brauchen und mit vier Niederlagen starten.“ Am Wochenende wird’s auf jeden Fall ernst für seine neu formierte Truppe – und das gegen zwei Gegner, die stets vorn zu finden sind. Heute starten die Leverkusenerinnen beim Dresdner SC (19.30 Uhr), am Sonntag erwarten sie zur Heimpremiere den alten NRW-Rivalen USC Münster (15 Uhr, Ophoven).
Pause im Spielbetrieb
Die Bundesliga-Saison wird schon nach wenigen Wochen bis Ende November unterbrochen, weil in Japan die Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Für Bayer folgen den Begegnungen in Dresden und gegen Münster noch die Spiele in Suhl (29. September) und gegen NA Hamburg (1. Oktober).
Den Eindrücken aus der Vorbereitung nach zu urteilen, machen die Leverkusenerinnen als Team durchaus schon etwas her, auch wenn natürlich viele Automatismen im Zusammenspiel noch gar nicht greifen können, weil die beiden Chinesinnen Dong und Shen erst sehr kurz bei der Mannschaft sind. „Entscheidend wird sein, dass wir als Team möglichst schnell harmonieren und flexibel sind“, betont Salomoni, der auf dem Weg dorthin auch schon mal zu unkonventionellen Maßnahmen greift. Etwa, wenn er in den Auszeiten bei einem Testspiel gar nichts sagt, damit die Spielerinnen sich untereinander verständigen lernen.
Eine klare Stammsechs wird der Trainer wohl kaum definieren. Dem steht schließlich seine Philosophie entgegen. „Wir brauchen alle Spielerinnen, jede hat ihre Aufgabe. Alle sind wichtig“, erklärt Salomoni. Dennoch deuten sich Tendenzen an. Die 17-jährige Karla Borger ist zunächst als Libero Nr.1 vorgesehen, um der gleichaltrigen Donata Huebert einen möglichst sanften Übergang vom Regionalliga-Team in die nationale Eliteliga zu ermöglichen. Und natürlich sind die beiden Chinesinnen gesetzt, wenn sie fit sind. Zuspielerin Jia Yi Dong, der allgemein ein „feines Händchen“ bescheinigt wird, schlug beim Training mit dem Fuß um und dürfte beim Auftakt gehandicapt sein. Ihren Part kann aber auch Kristina Bognar übernehmen.
Kollegin Hong Shen, 30 Jahre alt und durch die Erfahrung von 120 Länderspielen sowie des Gewinns der Champions League mit Cannes gestählt, macht noch mehr Eindruck. „Die Frau ist der Hammer“, meint Co-Trainer Dirk Sauermann, „die zermürbt den Gegner, indem sie immer wieder im richtigen Winkel den Block anschlägt.“
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