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Handball: Elfen verlieren im Hinspiel gegen den HCL

VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 14.05.2010 - 14:32

Das Lob kam aus berufenem Munde. „Sensationell, wie Clara im zweiten Durchgang gehalten hat“, sagte Heiner Brand. Diese Wertung des Herren-Bundestrainers hatte sich Elfen-Torfrau Clara Woltering redlich verdient. Denn die Nationalspielerin hatte mit Paraden in Serie maßgeblich Anteil daran, dass Bayers Handballerinnen überhaupt noch Chancen auf den Meistertitel haben.

Mit acht Treffern lagen sie im ersten Finale beim 26:28 gegen den HC Leipzig bereits hinten, zur Pause immerhin noch mit sechs. Doch binnen weniger Minuten schaffte Bayer den kaum noch für möglich gehaltenen Anschluss und lag in der 45. Minute kurzfristig sogar einmal in Führung (21:20). „Mit etwas mehr Glück hätte Leverkusen das Spiel sogar komplett drehen können“, betonte Brand. Das Urteil des Nationaltrainers über die beschämend schwache erste Hälfte vor rund 2000 Zuschauern in der Smidt-Arena fiel weniger schmeichelhaft aus. „Da war Leipzig unglaublich dominant. Zur Pause wären gut auch acht oder zehn Tore Vorsprung gewesen.

Bayer fehlte der Druck aus dem Rückraum“, analysierte er. Was diese Kritik betrifft, dürfen sich mit Ausnahme von Heike Ahlgrimm, die fünf ihrer sechs Treffer vor dem Seitenwechsel erzielte, alle Rückraumspielerinnen angesprochen fühlen. Denisa Glankovicova erwischte nach vielen großartigen Leistungen einen gebrauchten Tag – wie auch Laura Steinbach. Sie waren auch nicht Bestandteil der furiosen Aufholjagd.

Deren Glanzlichter setzten andere: die furios auftrumpfende Woltering, Ahlgrimm, die aber früh mit einem Krampf ausgewechselt werden musste, Marlene Zapf, Anna Loerper und Katrin Engel, die von Rechtaußen immer wieder in die Mitte zog und so mitwirkte am rasanten Positionswechsel, mit dem die HCL-Verteidigung lange nicht zurecht kam.

Zwei Tore Rückstand vor dem Rückspiel morgen um 15 Uhr in Leipzig sind machbar. Im DHB-Pokal haben die Elfen bereits bewiesen, dass sie den amtierenden Meister in Sachsen bezwingen können. Mit dem 26:23 im Viertelfinale machte das Team von Trainerin Renate Wolf den Weg frei zum Pokalsieg. Dieses Ergebnis würde den Leverkusenerinnen reichen, um auch in der Meisterschaft zu triumphieren.

Das wünscht sich auch Nationalspielerin Anne Müller von Herzen, obwohl die Kreisläuferin in Zukunft im Leipziger Trikot auflaufen wird. „Aufgegeben haben wir noch lange nicht“, verspricht die Leverkusener Trainerin. Nach dieser zweiten Hälfte im Hinspiel können die Verantwortlichen des HC Leipzig dies durchaus als Drohung verstehen.

Quelle: RP

 
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