Handball: Enttäuschte Elfen
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 17.01.2011In einer kurzweilig-fesselnden Partie haben die Bayer-Handballerinnen gegen den HC Leipzig das Nachsehen. Nach der 26:27-Niederlage liefert immerhin Laura Steinbach einen Grund zur Freude: Sie verlängert ihren Vertrag.
Die Spieluhr war bereits abgelaufen, die Sirene in der Smidt-Arena erklungen, da durfte Laura Steinbach noch einmal werfen. Ihr Fehlversuch in die Mauer war der Auslöser für bittere Enttäuschung. Über die gesamte Spielzeit lieferten die Handballerinnen von Bayer 04 und der amtierende Meister Leipzig sich ein rassiges, hochklassiges Spitzenspiel auf Augenhöhe – mit dem besseren Ende für die Sachsen. 26:27 (12:13) aus Elfensicht notierten die Statistiker.
Doch dass von Leipziger Seite die Kommentare zum Spiel stets mit dem Hinweis aufs eigene Fortune gewürzt waren, dürfen die Gastgeberinnen nach der doch recht klaren Hinspiel-Niederlage als großes Kompliment werten. "Das hätte genauso gut anders herum laufen können", räumte HCL-Coach Heine Jensen ein. Und Ex-Elfe Anne Müller sprach nach ihrer erfolgreichen Rückkehr in ihre langjährige sportliche Heimat davon, dass die Gäste das "glückliche Ende" für sich hatten.
Die Formation
Bayer: Woltering, Glaser (bei einem Siebenmeter) – Byl (2), Zapf (2), Egger (2), Hambitzer (nicht eingesetzt), Krüger, Garcia-Almendaris (2), Bönighausen, Glankovicova (8/5), Schriever (n.e.), Steinbach (10), Jochin. Die nächste Liga-Partie bestreiten die Elfen am Samstag um 19 Uhr bei der SGH Rosengarten-Buchholz vor den Toren von Hamburg.
Viel Raum für Elfen-Kritik ergab sich nicht nach einer furiosen und kurzweilig-fesselnden Partie. Und doch mussten die Leverkusenerinnen, bei denen Clara Woltering (und einmal die Latte) dafür sorgte, dass von acht Strafwurf-Versuchen gegen sie lediglich fünf ihren Weg ins Tor fanden, sich vorwerfen lassen, bisweilen allzu fahrlässig mit eigenen Chancen umgegangen zu sein.
Zwei Fehlversuche (Elisabeth Garcia-Alemdaris, Lyn Byl) und ein Fehlpass bei Tempogegenstößen, mancher unnötige Ballverlust durch Fehlpässe oder ungünstige Anspiele (gleich dreimal Steinbach), dazu zwei verworfene Siebenmeter (Zapf, Glankovicova) eröffneten dem HCL manch zu einfaches Tor. Deshalb beschäftigten sich die Leverkusenerinnen nach Schlusspfiff auch nicht mehr mit der Schiedsrichter-Leistung, obschon die einige Fragen offenließ.
Und einige Zeit nach der Schlusssirene bekam Top-Torschützin Steinbach (zehn Tore, alle aus dem Feld) dann doch noch den verdienten Jubel und reichlich Applaus. Das Rückraum-Ass gab bei der Pressekonferenz nach der Partie bekannt, sich nach "sehr netten Vertragsverhandlungen" dazu entschlossen zu haben, dem Pokalsieger mindestens zwei weitere Jahre erhalten zu bleiben.
"Das finde ich natürlich toll", kommentierte Wolf diese Personalie. Der zehnfachen Torschützin bescheinigten die eigene Trainerin "eine Riesenleistung" und Leipzigs Coach Jensen "ein großartiges Spiel" – trotz des Fehlwurfs im letzten Akt des Handball-Krimis.
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