Reiten: Es winkt ein weiterer Stern
VON SIEGFRIED GRASS - zuletzt aktualisiert: 01.09.2008Die Witzheldener Reitertage lockten Top-Kräfte aus dem gesamten Rheinland auf den Sieferhof. Und jetzt steht sogar eine sportliche und finanzielle Aufwertung dieses Turniers in Aussicht.
Alle tippten auf Katharina Offel. Die 31-jährige Springreiterin aus Lohmar war schließlich bei den Weltreiterspielen 2006 in Aachen mit der ukrainischen Nationalmannschaft Vierte. Sie hätte sogar bei Olympia in Hongkong starten dürften, doch nach einer Babypause fühlte sie sich noch fit genug und verzichtete. Die Witzheldener Reitertage aber gaben der deutsche Meisterin von 2004 Gelegenheit, bei der S-Prüfung mit zwei Sternen mal wieder ganz vorne zu landen. Fast hätte es geklappt, denn als fünftletzter Teilnehmer in der Siegerrunde legte sie auf Tico einen wahren Husarenritt hin – fehlerfrei in der Zeit von 33,41 Sekunden. Doch Marcel Schneider (33,21) war Sekunden schneller unterwegs und schnappte sich als letzter Reiter dieses spannenden Wettbewerbs das Preisgeld von 1000 Euro.
Illbruck ist schnell
Auch in der Ein-Stern-S-Prüfung hatte die Favoritin einen Konkurrenten nicht auf der Rechnung, nämlich Marco Illbruck von Witzheldens Nachbarclub RFV Burscheid-Paffenlöh. Illbruck benötigte mit seinem 17-jährigen WallachRocco 55,84 Sekunden, bei der Vorzeigereiterin vom RJC Rodderberg stoppte die Uhr bei 56,66 Sekunden. Ebenfalls noch etwas Geld verdiente sich Oliver Lemmer von der RG Hausdorp, der die Zwei-Phasen-Springprüfung Klasse S (mit zwei Sternen) und eine andere einfache S-Prüfung gewann.
Dagegen zeigte sich Sönke Völker vom gastgebenden RST Leichlingen-Witzhelden enttäuscht: „Es war halt nicht mein Wochenende.“ Das bezog er allerdings nur auf die eigenen sportlichen Leistungen. In der Top-Prüfung gab er nach zwei Abwürfen auf, weil da er bereits zu weit hinten lag. Und in der beim Publikum populären Barrierenspringprüfung fiel er sogar vom Pferd. Dass er sich dabei keine große Meriten erwerben würde, war ihm von vornherein klar: „Ich hatte zum ersten Mal auf dem Pferd überhaupt gesessen.“ Eigentlich wollte er nur, dass auch ein heimischer Reiter an dieser Prüfung teilnahm.
Andererseits freute sich der beste Reiter vom Sieferhof: „Das war ein ganz tolles Turnier. Das Wetter spielte mit. Publikum und Sponsoren waren begeistert.“ Vielleicht kann das Reitsportteam Leichlingen-Witzhelden sein Turnier sogar noch toppen: „Unser Hauptsponsor machte bereits Andeutungen, dass wir im nächsten Jahr eine Drei-Sterne-Prüfung ausschreiben könnten.“ Dann könnte es sein, dass sich womöglich noch mehr WM-Teilnehmer zum Turnier unter dem Witzheldener Fernsehturm einfinden.
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