Dressurreiten: Familiäres Reiten
VON SIEGFRIED GRASS - zuletzt aktualisiert: 14.06.2010Bayers Sommerturnier steht traditionell ganz im Zeichen der Amateure. Dabei achten die Richter besonders darauf,
ob Ross und Reiter auf dem richtigen Weg der Ausbildung sind und alles ein harmonisches Bild ergibt.Die Dressurreiter rühmen sich, dass es bei ihnen auf sehr korrektes Reiten ankommt. Bei den Springreitern zählen dagegen "objektivere" Kriterien wie gemachte Fehler und die Zeit. Allerdings nicht immer. Bei der Amateur-Springprüfung der Klasse L, ausgetragen im Rahmen des Großen Sommerturniers auf der Reitanlage Kurtekotten des Reitervereins Bayer Leverkusen, war auch eine Idealzeit verlangt. Innerhalb einer Zeitspanne von lediglich vier Sekunden mussten Pferd und Reiter die Ziellinie passieren. Wer schneller oder langsamer war, erhielt Strafpunkte.
Breitensport im Vordergrund
Bei dieser interessanten und sehr selten ausgeschriebenen Prüfung lässt sich gut überprüfen, ob Pferd und Reiter auf dem richtigen Ausbildungsweg sind. Sieger dieser in zwei Abteilungen gerichteten Prüfung waren Bernd Krämer auf Somethings Hot (Birkhof-Ville) und Christina Stark auf Landega (Troisdorf Haus Rott). Sie gewannen damit auch eine Qualifikationsprüfung zum FAB-Cup, die Amateuren vorbehalten ist.
Traditionell versucht Bayers Reiterverein mit seinem Großen Sommerturnier, den Breitensport in den Vordergrund zu stellen. Im Frühjahr gab's ja bereits ein Dressurturnier für die besseren Hufschlagakrobaten, im Herbst folgt noch ein spezielles Event für die Springreiter der höheren Klassen, bei der dann auch wieder bekanntere Profireiter aufkreuzen werden.
Und so war dem Turnier auch der familiäre Charakter anzumerken. Während beispielsweise der Profi- und ehemalige Nationenpreisreiter Rudi Könemund als Ausbilder noch eifrig Tipps auf dem Abreiteplatz gab, war Lina Könemund bereits im M-Springparcours unterwegs. Sie machte ihre Sache gut, doch ihre Tante Beate Könemund machte es ein wenig besser und gewann diese Prüfung. In einer anderen Springprüfung mit mittlerem Schwierigkeitsgrad verwies Beate Könemund Neffe Daniel Könemünd ebenfals auf einen zweiten Platz, der im zusätzlichen Umlauf zwar schneller unterwegs war, allerdings einen Fehler produzierte.
Aber auch bei den Dressurreitern ging's ausgesprochen familiär zu. So gehörte Bayers Vereinsvorsitzender Christoph Jordan zu den Sponsoren einiger Prüfungen, in denen seine Ehefrau Michaela Jordan mit guten Platzierungen sich wenigstens einen Teil des Geldes zurückholte. Doch dabei geht's keineswegs um große Beträge, wie zu vermuten wäre. Beispielsweise gibt's in einer M-Prüfung insgesamt nur 500 Euro zu gewinnen, 110 Euro davon für den Sieger – was mitunter nicht einmal die Spesen deckt.
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