Fußball: Fehlschuss von Cam markierte die Wende
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 29.05.2007Oliver Wellnitz griff sich seine Torwart-Handschuhe und schlich vom Platz. Nur einmal hob Genclerbirligis Keeper den Blick und wurde der Feiern des Gegners gewahr. Sein Gesichtsausdruck verfinsterte sich weiter. Genclers Traum vom Wiederaufstieg in die Fußball-Kreisliga erledigte sich auf schmerzhafte Art. Der TVV Anadolu Solingen gewann das Entscheidungsspiel vor mehr als 600 Zuschauern am Gravenberg in Landwehr mit 2:0 (0:0).
Noch deprimierter als Wellnitz schaute Tuncay Cam drein. Denn dessen verschossener Strafstoß (nach Foul an Serdan Sen) unmittelbar vor dem Pausenpfiff markierte die Wende in einer auf äußerst schwachem Niveau geführten Partie. „Ab dem Elfmeter lief es immer besser für uns. Bis dahin waren wir viel zu arrogant“, meinte Anadolu-Coach Cengiz Sal. In jedem Fall brachte der Fehlschuss an die Latte Unruhe in Genclers Team. Cams Mitspieler Abdullah Üstündag war reichlich sauer. Der Torjäger, der überaus blass blieb, wollte schießen und fühlte sich anschließend im Recht. „Abdullah hat im Training einige Elfer nicht verwandelt. Darum war Tuncay unser Schütze“, erklärte Coach Michael Lenz. Der Trainer bemühte sich bei aller Enttäuschung um lobende Worte. „Wenn ich mir die Aufholjagd in der Rückrunde anschaue, kann ich nur stolz sein auf diese Truppe“, sagte er. Die Treffer für Anadolu erzielten Mahir Aggül (71.) und Hüseyin Yildiz (88.), nach dessen Tor hunderte geknickte Gencler-Fans die Anlage verließen.
Gencler: Wellnitz, Cam, Idzet, Ödemis, H. Aydin, M. Üstündag (77. Tayar), Cakmanus, Uzun, Sen (75. Bilici), Atam (69. Ö. Aydin), A. Üstündag.
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