Reiten: Feierlich in der Butterheide
VON FRIEDRICH G. STRAUCH - zuletzt aktualisiert: 30.04.2007Die Familie Gilles wurde beim Geburtstag der RSG Burghof geehrt. Beim Turnier ging es weniger um Preisgelder als um die Präsentation von Nachwuchspferden mit hohem Potenzial.
Wenn Berufsreiter mit jungen Pferden in so genannten „Material“-Prüfungen der Klasse A oder L starten, wollen sie zeigen, dass sie hoffnungsvolle Talente unter dem Sattel haben. Sie wollen sich von unabhängigen Richtern bestätigen lassen, dass sie mit den Nachwuchspferden auf dem richtigen Weg der Ausbildung sind. Die Wertnote von 8,0, mit der der Monheimer Volker Höltgen die Springpferdeprüfung der Klasse L auf dem Turnier der RSG Burghof gewann, kann er somit als fachkundiges Urteil der Richter ansehen, die seinen sechsjähriger Holsteiner Caretus auf dem allerbesten Wege in den großen Turniersport sehen. „Caretus hat eine hervorragende Veranlagung“, lobte Richter Benno Molterer das Pferd des Siegers.
Aber auch die vom Hausherrn Franz Gilles gerittene Schimmelstute Chiara hat mächtig Potenzial, das die Richter mit der Wertnote 7,5 würdigten (4. Platz). Das war ein schöner Erfolg für den Juniorchef der Anlage Butterheide in Leverkusen-Rheindorf und zugleich ein kleines Geschenk und eine Bestätigung für die Aufbauarbeit seiner Eltern. Denn Werner und Christel Gilles erhielten aus der Hand von Oberbürgermeister Ernst Küchler eine Ehrung dafür, dass sie vor 30 Jahren die Reitsportgemeinschaft Burghof gründeten und zugleich das erste Dressur- und Springturnier organisierten.
Ein Mann, der bereits am Richtertisch des ersten Turniers der RSG Burghof 1977 saß, war auch anno 2007 dabei: Hans-Jürgen Melzener, dessen fachkundiges und objektives Richterurteil nach wie vor gefragt ist. Dabei sahen die Fachleute durchweg gute Ritte. In der Springprüfung der Klasse L gingen 55 Paare an den Start. Da es kein Stechen gab, mussten sie neben einem fehlerfreien Ritt auch flott unterwegs sein; denn nicht alle 21 „Nuller“ kamen in die Platzierung. So war der Leichlinger Richard Kuntze auf seinen bewährten Fuchswallach Christobalito mit 46,28 gut vier Sekunden langsamer als der Erste und landete damit „nur“ auf Platz vier. Dass es für den Sieger Lothar Schüller aus Stolberg in der ersten Abteilung lediglich ein Preisgeld von 48 Euro gab, störte dabei weniger. In der zweiten Abteilung war der Leichlinger Kurt Hundenborn 48,48 Sekunden fehlerfrei unterwegs, was zu Rang sechs reichte.
Die Profireiter in den Dressur- und Springpferdeprüfungen, in denen einzig und allein das Potenzial der Pferde bewertet wird, bekommen zwar noch weniger Preisgeld, aber eine Platzierung und erst recht ein Sieg steigern dafür umso mehr den Wert des Pferdes. Was Höltgens Caretus wohl kosten mag? „Das kann schon in den sechsstelligen Bereich gehen“, deutete Richter Molterer nur an. Aber das ist auch egal, denn Höltgen will sein vierbeiniges Juwel nicht verkaufen.
Die abschließende M-Springprüfung gewann Anja Siebert aus Flerzheim. Auf den Plätzen: Sandra Pawlowitz (RV Eicherhof) und Jörn Kusche (RSG Köln).
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