Basketball: Freche Vorhersage
VON FRIEDRICH G. STRAUCH - zuletzt aktualisiert: 01.11.2007Die Giants fahren mit starkem Selbstbewusstsein nach Bonn: „Wir werden dort wieder gut spielen und gewinnen.“ Die Damen von Union und BBZ geben sich zurückhaltend. TuS 82 im Pokal weiter. Leichlinger in Personalnot.
Was Bayer Leverkusens Basketball-Cheftrainer Achim Kuczmann mit Blick auf die nächste Bundesliga-Aufgabe am Sonntag bei den Telekom Baskets Bonn sagt, klingt ganz simpel: „Wir fahren nach Bonn, werden dort wieder gut spielen und gewinnen.“ Und der Zuhörer staunt, was doch drei tolle Siege in Serie bei der Einschätzung künftiger Termine bewirken können. Selbstvertrauen in die eigene Leistung ist halt die halbe Miete. Aber sollten die Bayer Giants tatsächlich so geschlossen und selbstbewusst, so konzentriert und treffsicher auftreten wie gegen Berlin, Frankfurt und Köln, könnten Kuczmanns Prognose und vierter Erfolg der Leverkusener Korbjäger Wirklichkeit werden.
Nur: Gespielt wird nicht im Konjunktiv. Und der Giants-Coach weiß auch um die Stärken der Bonner mit deren Trainer Michael Koch, einem der Leistungsträger aus Leverkusens Meisterjahren. Gut spielen bedeutet für Kuczmann daher, „dass wir von Anfang an konzentriert sind, die Anfangsminuten gut überstehen und uns nicht von der Bonner Kulisse beeindrucken lassen.“ Wenn sich zuletzt die Dopatka-Halle an der Bismarckstraße für die Giants als echte Bereicherung erwiesen hat, so ist die Hardtberghalle das erst recht für die Bonner – alles ist noch enger und noch lauter. Da lassen sich Schiedsrichter durchaus schon mal beeindrucken und treffen Entscheidungen so, wie‘s das Publikum gerne hätte.
In Bonn gewinnen heißt daher auch, nicht die Nerven zu verlieren. Das haben die Leverkusener ja zuletzt gegen Köln sehr gut gemacht, als sie das Schlussviertel mit 37:22 dominierten. Da war es schon interessant zu verfolgen, was die Bonner am vergangenen Sonntag in Frankfurt fabriziert haben. Bei den Skyliners haben die Telekom Baskets verloren, weil sie in den letzten zehn Minuten mit 14:25 eingebrochen waren. Somit spricht – rein statistisch gesehen – schon wieder einiges für Kuczmanns anspruchsvolle Vorhersage.
Wobei die Leverkusener derzeit auch über das notwendige Quäntchen Glück verfügen – nicht nur auf dem Parkett, sondern auch auf dem schwierigen Personalsektor. Bestes Beispiel: Einen Amerikaner wie Tyron-Clement Mc Coy, der in diesem Monat sein 35. Lebensjahr vollendet, verpflichtet ja nicht jeder Klub bei dessen Vorgeschichte. Natürlich verfügt Mc Coy über eine zehnjährige Erfahrung in der Bundesliga (Frankfurt und Oldenburg), aber er hat nach seiner Menikusoperation eine lange Zeit der Rekonvaleszenz hinter sich, Mangel an Spielpraxis inklusive. Beim Sieg gegen Köln war er mit seiner Übersicht und seinen Dreiern neben Brendan Winters der Matchwinner.
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