Volleyball: Hoffnung als Prinzip
VON RALPH ELSEN - zuletzt aktualisiert: 28.02.2009Leverkusens Volleyballerinnen haben einen ganz schlechten Lauf mit sechs Niederlagen am Stück. Dem Team mangelt es nicht am Willen, wohl aber an der nötigen Nervenkraft. Heute Abend geht es gegen Stuttgart..
Wenigstens der Modus vermag da schon mal schwer zu beruhigen. Egal, wie es für Leverkusens Volleyballerinnen bis zum Saisonabschluss der Bundesliga am 9. Mai weiter läuft, der Abstieg ist definitiv kein Thema für Dirk Sauermanns Truppe. Eine Play-down-Runde wird es in dieser Spielzeit nicht geben, und am Sockel der Tabelle machen Aachen und Chemnitz (beide erst ein Sieg) im Schneckenrennen den einzigen Absteiger aus. Das sind freilich auch schon die einzigen beiden Mannschaften, denen es noch schlechter geht als Bayer. Nach sechs Niederlagen am Stück bekommen es die Leverkusenerinnen heute (19.30 Uhr, Dopatka-Halle) mit Allianz Volley Stuttgart zu tun.
"Wenn du einmal in so einer miesen Serie drin hängst, passieren eben selbst solche Dinge." Mit diesen Worten hatte Sauermann die letzte Pleite gegen Sonthofen kommentiert, als die Seinen gegen den biederen Neuling drei Matchbälle verdaddelten. Dabei ist es allein ein Erfolgserlebnis, das die Truppe wieder in die Spur bringen könnte. Anderweitige Maßnahmen, der Talfahrt Herr zu werden, bieten sich Bayer nicht. Weder kann Sauermann auf dem Feld Personal austauschen noch dürfte sich etwa an den anhaltenden Kniebeschwerden von Lindsay Piccolini etwas bessern. Ein Verzicht aber auf die Amerikanerin, im Winter am Meniskus operiert, kann kein Thema sein, weil ansonsten nicht mal zwei Mittelblockerinnen im Aufgebot stünden. Heute fehlt auf dieser Position Katharina Molitor, die auf Teneriffa ihren sportlichen Erstberuf, das Speerwerfen, ausübt.
Es ist das permanente Prinzip des Mangels, ein von der Hand-in-den-Mund-leben, das sich bei den Leverkusenerinnen in dieser Saison zeigt. Das Team wurde erst kurz vor Saisonbeginn komplettiert, Verletzungen und Operationen bei Walkenhorst, Linnarinne und Piccolini dünnten die Optionen aus. Im Training lassen sich mangels Personal Abläufe und Automatismen auf hohem Niveau kaum studieren. "Die Umstände sind problematisch", sagt Sauermann. Er misst seine gebeutelte Mannschaft derzeit vor allem daran, "was sie an Arbeit und Bereitschaft in Training und Spiel investiert. Und da kann ich keine Defizite erkennen".
Die Leichtigkeit des Seins aber geht mit dem unbedingten Willen zum Umschwung bislang nicht einher. "Wir werden auch weiter mit 100 Prozent Überzeugung jedes Spiel bestreiten und alles probieren. Im Wissen darum, dass wir eine Chance haben zu gewinnen", sagt Sauermann. Und der Rest ist im Moment bloßes Hoffen.
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