EVL-Halbmarathon: "Ich habe Respekt vor jedem"
VON INA LAUER - zuletzt aktualisiert: 11.06.2010 - 23:59Melanie Kraus (35), Langestreckenläuferin beim TSV Bayer 04, vor ihrem Start beim Halbmarathon am Sonntag über ihr Trainingspensum im Arbeitsalltag, ihre Lieblingsstellen entlang der Strecke, ihre Gegner und das Thema Doping.
Frau Kraus, wie bereiten Sie sich auf den EVL-Halbmarathon vor?
Kraus: Da ich nur teilzeit arbeite, trainiere ich je nach Schicht morgens oder abends. Wenn ich Frühschicht habe, fange ich mit meiner ersten Trainingseinheit um 6.30 Uhr an, und mache dann einen Dauerlauf über zehn Kilometer, zum wach werden. Nach der Arbeit trainiere ich nachmittags ein weiteres Mal. Dann mache ich entweder wieder einen Dauerlauf oder ein Tempotraining, um die Wettkampfgeschwindigkeit zu erreichen. Jetzt in der letzten Woche vor dem Wettkampf ist Entlastung angesagt. Man nennt es auch Regenerationsphase, um im Kopf frisch zu bleiben.
Was genau bedeutet Entlastung?
Kraus: Vergangenen Samstag habe ich meine Abschlussbelastung gemacht. In der Entlastungswoche trainiere ich weniger, vielleicht nur noch 140 Kilometer in der Woche. In Spitzenwochen sind es bis zu 180 Kilometer.
Was gefällt Ihnen als Läuferin der ersten Stunde am Besten am EVL-Halbmarathon?
Kraus: Der Halbmarathon ist ein schöner Lauf. Es ist so etwas wie ein Heimspiel für mich. Ich freue mich, wenn ich durch viele bekannte Stadtteile laufe, zum Beispiel durch Manfort, wo ich wohne; oder an der Dhünn, wo ich oft trainiere. Am Birkernberg zu laufen ist dann hart wegen des steilen Anstiegs. Aber wenn ich zum Beispiel am Bayer 04-Stadion vorbei laufe, dann denke ich immer an die Fußballspiele, die ich dort schon gesehen habe. Außerdem finde ich es schön, dass ich keine weite Anreise habe.
Wie schätzen Sie Ihre Konkurrenz ein?
Kraus: Jeder darf sich beim EVL-Marathon melden. Und ich habe Respekt vor jedem. Ich werde mich anstrengen. Wenn jemand schneller ist, als ich, muss ich das akzeptieren.
In welcher Zeit erhoffen Sie sich, am Sonntag ins Ziel einzulaufen?
Kraus: Ich peile 1:15, 1:16 an.
Frau Kraus, Sie sind Sportlerin und gleichzeitig Apothekerin. Wurden Sie bei dieser Kombination schon oft auf Doping angesprochen?
Kraus: Natürlich wurde ich schon oft damit konfrontiert. Aber unlautere Mittel sind nicht erlaubt. Zudem könnte ich dann nicht nur den Sport an den Nagel hängen, sondern würde auch meinen Ruf als Apothekerin schädigen.
Welche wichtigen Wettkämpfe stehen für Sie in diesem Jahr noch an?
Kraus: Ein wichtiges Ereignis wird für mich der Herbstmarathon sein. Damit kann man sich schon für die Weltmeisterschaften 2011 qualifizieren. Das möchte ich erreichen. Wo genau ich den Marathon laufe, ist noch ungewiss.
Ina Lauer führte das Gespräch.
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