Reiten: Immer in Action mit Caspar
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 01.06.2010Seit rund drei Jahren geht Philip Houston für das Reitsportteam Leichlingen-Witzhelden an den Start. Seine Erfolgsliste verlängerte der Zwölfjährige nun um die Aufnahme in den Bundeskader der Ponyreiter.
An die genaue Anzahl kann sich Philip Houston nicht erinnern. Aber: "Ein paar Mal bin ich schon runtergefallen." Nachdrücklich beeindruckt haben ihn diese vermutlich unsanften Erfahrungen nicht. Auf dem Rücken seines Ponys "Caspar" macht er nicht nur eine gute Figur, sondern mit im Sattel sitzt seit einiger Zeit der Erfolg.
Da überschlugen sich die Ereignisse zuletzt ein wenig. Beim "Preis der Besten" in Warendorf landete Houston auf Platz zwei in der Gesamtwertung, kurz darauf – als einer der Jüngsten überhaupt – im Bundeskader der Ponyreiter, und bei seinem nationalen Premiere sprang beim Nationenpreis Platz vier mit dem Team heraus.
Gegründet 2005
Das Reitsportteam Leichlingen-Witzhelden wurde 2005 auf dem Sieferhof gegründet. Der Fokus der Vereinsarbeit liegt auf der Jugend: Gut 70 der insgesamt 120 Mitglieder sind Jugendliche. Im Terminkalender stehen für dieses Jahr noch ein vereinsinternes Jugendturnier (19./20. Juni) sowie die Witzheldener Reitertage (23. bis 26. September).
"Für den ersten Auftritt war das in Ordnung", lautet das Urteil von Sönke Völker, der den Zwölfjährigen beim Reitsportteam Leichlingen-Witzhelden trainiert. Saß Houston im zarten Alter von vier Jahren erstmals auf einem Pferd, reitet er seit rund drei Jahren für den Verein vom Sieferhof. Warum Reiten? "Weil es immer Action gibt", lautet die Antwort. Und warum Springreiten? Na, "weil das Leben zu kurz ist zum Dressurreiten" – eine beliebte Spitze der Spring- in Richtung der Dressurreiter.
Houstons Talent blieb Völker und Co. nicht lange verborgen. Einen kleinen Quantensprung machte seine Entwicklung, als er vor knapp zwei Jahren ein neues Pony an die Seite bekam. "Caspar hat mir viel beigebracht", erzählt Houston, Völker nickt: "Da herrschte sofort absolute Harmonie zwischen den beiden.
Das ist die perfekte Symbiose." Caspar sei schnell, springe immer, gehe aber mit der nötigen Vorsichtig im Parcours mit den bis zu 1,35 Meter hohen Hindernissen zu Werke, während Houston Biss und Willen mitbringe, zielorientiert sei und "den Instinkt hat, das Richtige zu tun", erläutert Völker.
Diese Mischung hat eine ansehnliche Liste mit Erfolgen produziert: Sechs gewonnene M-Springen, ein M**-Sieg, rund drei Dutzend M-Platzierungen in anderthalb Jahren. Aber abseits des täglichen (meist rund anderthalb Stunden langen) Trainings finden sich für Houston genug Gelegenheiten, um seinen altersgemäßen Tatendrang auszuleben.
Zudem finden sich bei Turnieren, zu denen der Zwölfjährige meist alle 14 Tage reist und dabei stets von Völker betreut wird, immer viele Altersgenossen mit genauso ausgeprägtem Spieltrieb.
Viereinhalb Saisons kann Houston noch auf Ponys Spring-Wettbewerbe bestreiten, bevor er altersbedingt umsatteln muss auf Pferde. Dass dies so kommen wird, steht für ihn außer Frage. Aber zunächst einmal stehen die kurzfristigeren Termine bei ihm im Fokus: die Sichtung für die Europameisterschaft, die Deutsche Meisterschaft oder internationale Hallenturniere, die ab Herbst in der Schweiz oder in England anstehen.
Darauf freue er sich schon, versichert Houston und verabschiedet sich zum Fußballspielen Richtung Parkplatz mit dem Versprechen, dem Reiten immer treu zu bleiben – dem Springreiten natürlich.
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