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Bayer 04 Leverkusen: Kaplans Geduld belohnt

VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 14.12.2009

Der erste Auftritt von Nachwuchsspieler Burak Kaplan war der einzige Höhepunkt beim Leverkusener 2:2 in Berlin. Trotzdem sieht Jupp Heynckes keine Anzeichen dafür, dass seinem Team die Luft ausgeht.

Fleißige Helfer bauten nach Bayers 2:2 bei Hertha BSC bereits die Mixed-Zone in den Katakomben des Berliner Olympiastadions ab, da stand Burak Kaplan immer noch da und beantwortete Fragen. Höflich, die Arme hinter dem Rücken verschränkt, in verschwitztem Trikot und Badelatschen, schilderte der 19-Jährige, was die zurückliegenden 45 Bundesligaminuten für ihn bedeuteten.

Eingewechselt zur zweiten Halbzeit, erzielte Kaplan im ersten Ligaspiel gleich sein erstes Tor durch einen abgefälschten Schuss zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung. Aus Sicht des jungen Türken, der im Juli einen Profivertrag bis 2012 bei Bayer unterschrieben hatte, war es ein gelungener Abend. "Am Anfang war ich ziemlich nervös, aber der Trainer hatte mir Tipps gegeben, wie ich spielen soll. Über das Tor bin ich natürlich überglücklich", sagte der gebürtige Kölner, der seit der F-Jugend im Verein spielt.

In einem Spiel, das für ein Debütanten nicht gerade einfach war, fand Kaplan schnell Bindung zum Spiel und spielt einige gescheite Pässe. Trotz guter Leistungen im Sommer-Trainingslager in Borkum dauerte es bis Freitag, bis Heynckes den letztjährigen Toptorjäger von Bayers A-Jugend einsetzte. "Im Fußball musst du Geduld haben. Das ist okay", sagte Kaplan.

Das Problem der Leverkusener war, dass Kaplans Erfolgserlebnis fast das einzig Hervorhebenswerte des Auftritts in der Hauptstadt war. Vielleicht noch die Tatsache, dass man trotz schwacher Leistung auch im 16. Ligaspiel ungeschlagen blieb und mit einem Sieg am Samstag gegen Mönchengladbach als Tabellenführer überwintern kann. "In der ersten Halbzeit waren wir viel zu weit weg von den Gegenspielern, kamen überhaupt nicht in die Zweikämpfe", kritisierte Heynckes. Die Aggressivität eines Stefan Reinartz habe im Mittelfeld gefehlt, befand der Bayer-Trainer, wohlwissend, dass er sich für Reinartz' Versetzung in die Innenverteidigung entschieden hatte.

Schlimmer war jedoch, dass eine gute Stunde lang sämtliche Kreativität des Bayer-Mittelfeldes ausgefallen war. Mehrmals beklagte sich Torjäger Stefan Kießling lautstark und gestenreich über missratene Zuspiele. "Wir haben einfach zu wenig Chancen herausgespielt", kritisierte Heynckes. Bei beiden Gegentreffern stimmte zudem die Abstimmung in der neuformierten Abwehr nicht. "Da fehlt einfach Manuel Friedrich."

Denjenigen, die nach zwei Unentschieden in Folge davon sprechen, Bayer gehe die Luft aus, hält Heynckes entgegen: "Wenn vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir ohne fünf Stammspieler der Vorsaison an der Spitze stehen, das hätte doch niemand für möglich gehalten."

Quelle: RP

 
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