Handball: Losglück für die Elfen
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 17.02.2010Die Auslosung der Viertelfinal-Paarungen im Europapokal hat es gut mit den Bayer-Handballerinnen gemeint. Sie treffen im März auf das serbische Team ZRK Kikinda. Ernst wird es für die Mannschaft von Renate Wolf aber schon heute im Pokalspiel gegen Zweitligist SGH Rosengarten.
Als die Nachricht kam vom Ergebnis der Auslosung in der EHF-Zentrale in Wien, wurden bei Renate Wolf umgehend Erinnerungen wach. Mit dem nächsten Gegner ZRK Kikinda hatte die Trainerin von Bayers Handballerinnen zwar noch keinen Kontakt. Doch das 150 Kilometer südlich davon gelegene Belgrad hat sie als Aktive einige Male bereist in den 80er Jahren. "Ich war lange nicht mehr da", sagt sie. Nun wird die serbische Kapitale mit ziemlicher Sicherheit Zwischenstopp sein auf der Reise in den Norden der Provinz Vojvodina. Kikinda nahe der Grenzen zu Rumänien und Ungarn ist Bayers Hürde auf dem Weg ins Halbfinale des Europapokals.
"Mit diesem Los bin ich sehr zufrieden. Das ist eine sportliche Herausforderung, aber eine durchaus machbare Ausgabe, wenn wir voll konzentriert zu Werke gehen und das abrufen, was wir zu leisten imstande sind. Es waren durchaus schwerere Gegner im Topf", betonte die Übungsleiterin. Abseits des rein Sportlichen hält Wolf die Reihenfolge der beiden Partien für einen nicht zu unterschätzenden Vorteil für ihr Team. Bayer spielt zunächst am 13. oder 14. März in Serbien. Das Rückspiel wird voraussichtlich am Sonntag, 21. März, in der Smidt-Arena ausgetragen.
Der Zenski Rukometni Klub Kikinda, der sich personell für die laufende Saison deutlich verstärkt hat, verfügt über eine ganze Reihe von Nationalspielerinnen. Als herausragende Kräfte sind Aleksandra Djordjevic und Katarina Krpez auf den Flügeln, Sanja Rajovic am Kreis sowie die Rückraum-Asse Irina Mahilina (Weißrussland) und Dragica Kresoja (Mazedonien) zu nennen. Letztere dürfte noch Erinnerungen an die Smidt-Arena haben, gehörte sie doch in der vergangenen Saison zum Kader von Skopje, das den Leverkusenerinnen im Achtelfinale des Pokalsiegerwettbewerbs unterlag.
Bevor allerdings europäische Aufgaben anstehen und Wolf sich der akribischen Vorbereitung auf den serbischen Kontrahenten widmen kann, müssen die Elfen heute erst einmal nach Hamburg reisen. Sie sind im DHB-Pokal-Achtelfinale zu Gast bei einem Gegner von einiger Gefährlichkeit. Obschon es sich lediglich um einen Zweitligisten handelt, ist die SGH Rosengarten nicht zu unterschätzen. Als souveräner Branchenführer hat sie sich bereits für die Aufstiegs-Playoffs qualifiziert.
Darüber hinaus verfügt Rosengarten über einige Spielerinnen, die einst beim benachbarten Bundesligisten Buxtehude Erstligaluft schnuppern konnten, allen voran die länderspielerfahrenen Natascha Kotenko und Melanie Schliecker. "Das wird alles andere als ein Spaziergang", mahnt Wolf ihre Spielerinnen zur Vorsicht.
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