Handball: LTV trotz Verstärkung festgefroren
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 21.12.2009Nach dem Schlusspfiff verharrte Frank Lorenzet eine Weile regungslos auf dem Trainerstuhl. Ob er die Jubelgesänge aus der Gästekabine wahrgenommen hat – ungewiss. Es gab gedanklich viel zu verdauen für den Coach des Leichlinger TV: "Die Potenz der Mannschaft reicht nicht aus", lautete eine Erkenntnis von Lorenzet Minuten nach "unserer schlechtesten Saisonleistung".
Die bescherte dem LTV ein 30:37 gegen die TSG Groß-Bieberau und lässt ihn über Winter am Tabellenende festfrieren.
Gegen die bis Freitag auswärts sieglosen Hessen entpuppten sich die Leichlinger als chancenlos und manövrierten sich mit der Pleite in eine ähnliche Lage wie im Vorjahr: Bereits nach der Hinrunde erscheinen die begehrten Nicht-Abstiegplätze meilenweit entfernt.
Dabei hätte die Niederlage gegen die TSG weit schlimmer ausgehen können, hätte nicht der kurz vor der Partie aus dem Hut gezauberte Valdas Novickis das Geschehen mit guter Trefferquote geschönt. Der 23-jährige Litauer wurde kurzfristig von der HSG Düsseldorf losgeeist und war lange der einzige Offensive des LTV, der Positives beisteuerte.
LTV: Reckzeh, Ross – Novickis (10), Schumacher (7), Korte (6), Kreckler (6/3), Scherer (1), Göller, Jansen, Pistolesi, Buss.
Nur phasenweise assistierten ihm Dirk Schumacher und Florian Korte. In der Abwehr war Tristesse Dauerzustand: Egal in welcher Formation Lorenzet auch verteidigen ließ – die Labilität ließ sich nicht vertreiben, zumal sich die Torhüter Marc Ross und Matthias Reckzeh einen rabenschwarzen Tag teilten.
Vor der Winterpause bis Anfang Februar bleibt nur noch das Nachbarschaftsduell mit dem Bergischen HC, um die niederschmetternde Bilanz zu schönen. "Wir werden jetzt unsere Wunden lecken und uns im Derby ganz anders präsentieren", versprach Lorenzet.
Zumindest personell wird das wohl zutreffen: Denn neben Novickis (verpflichtet bis Saisonende) hat sich der LTV die Dienste eines weiteren Düsseldorfers gesichert: In Nikola Kedzo (erhält Zweitspielrecht) kommt ein dringend nötiger Akteur für den rechten Rückraum. Mit einem dritten Neuzugang "sind wir klar", sagte Lorenzet, der aber weiter nichts verraten wollte, "weil noch nichts unterschrieben ist."
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