Handball: LTV wittert Morgenluft
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 12.02.2010Der Sieg in Frankfurt hat bei Handball-Zweitligist Leichlinger TV die Hoffnungen auf den Ligaverbleib genährt.
Gegen Spitzenclub Hüttenberg will der LTV heute nachlegen – mit einem Mix aus Begeisterung und Disziplin.Das Hinspiel fand am 19. September 2009, also vor nicht einmal fünf Monaten statt. Damals machte ein gewisser Jozsef Toth eines seiner ganz wenigen annehmbaren Spiele für den Leichlinger TV. Der Ungar ist inzwischen verschollen. Aber mindestens genauso weit weg wie er erscheint derzeit die 22:31-Pleite beim TV Hüttenberg, die der LTV damals mit nach Hause brachte. Denn der Erfolg, den der Zweitligist vor einer Woche beim Jahresauftakt in Frankfurt einfuhr, hat die Tür zum Klassenerhalt ein deutlich sichtbares Stück weiter geöffnet.
Aber wer glaubt, bei Leichlingens Trainer Frank Lorenzet zumindest zwischen den Zeilen ein wenig Euphorie herauszuhören, wird enttäuscht. "Wie alle Siege hat auch dieser für bessere Stimmung und mehr Selbstbewusstsein gesorgt", räumt der Coach gerade noch ein. Wer aber an den Umkehrschluss glaubt, also daran, dass eine Niederlage zum Start ins neue Jahr einem deutlichen Dämpfer der Mission Nicht-Abstieg bedeutet hätte, der irre gewaltig. "Schwachsinn", sagt der Trainer-Manager. "Selbst wenn wir die nächsten drei Spiele verlieren, ist noch überhaupt nichts entschieden. So lange theoretisch noch etwas geht, ist im Sport alles möglich." Und Lorenzet hat gleich noch einen Beleg den Umgang mit Wahrscheinlichkeiten parat: "Die Wett-Quote für unseren Sieg in Frankfurt lag bei 1:8."
Daher sei der erste Auswärtserfolg kein Grund, nun das Team hochzujubeln. Genauso habe es im vergangenen Halbjahr keinen Anlass gegeben, die Mannschaft zu verteufeln. "Es war nicht alles so schlecht wie es gemacht wurde", sagt Lorenzet. Das gelte auch für das Hinspiel in Hüttenberg. "Das war vom Verlauf nicht so deutlich wie das Endergebnis, wir sind erst hintenraus eingebrochen", erinnert der Coach. "Wir hatten auch dort durchaus unsere Möglichkeiten zu punkten."
Die sollen heute Abend, wenn das Rückspiel ansteht (20.15 Uhr, Halle Am Hammer), besser genutzt werden. Die Gäste büßten bei ihrer Partie gegen Bietigheim in der Vorwoche ihre Tabellenführung ein. Damit die Hessen nun nicht ausgerechnet in Leichlingen wieder Tritt fassen, fordert Lorenzet "die gleiche Begeisterung wie in Frankfurt und die gleiche taktische Disziplin" ein. Zudem hofft der Trainer, "dass wir von der Tribüne Unterstützung bekommen. Die braucht die Mannschaft."
Ungewiss sei allerdings noch, ob Florian Korte (Schulter) und Moritz Ellenberg (Rücken) mitwirken können.
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