Fußball: Neuanfang auf dem Birkenberg
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 28.07.2010Die ehemalige Mädchenmannschaft von Blau-Weiß Schlebusch hat sich selbstständig gemacht. Für das Team wurde ein eigener Klub gegründet: Der MSV Opladen will fußballbegeisterten Spielerinnen eine Heimat geben.
Schon von weitem sind die Mädchen durch ihre himmelblauen Trikots leicht auszumachen. Die gab es als Präsent beim Mädchen-Soccer-Festival in Frankfurt. Da nahm das Team Anfang Juli teil, unter anderem wurde mit Bundesliga-Spielerinnen gemeinsam trainiert. "Das war für die Mädels ein richtig tolles Erlebnis", fasst Lars Kurse den Tag in Hessen zusammen.
Inzwischen ist die Mannschaft zurück auf dem Birkenberg in Opladen. Trainer Kruse muss ab und zu ein wenig mit Worten nachhelfen, damit die Mädchen am Ball bleiben und das vorgegebene Pensum so absolvieren, wie er sich das vorstellt.
Der 38-Jährige ist neben Jörg Spiegel einer von zwei Übungsleitern des im Mai gegründeten MSV, dem Mädchensportverein Opladen. "Wir werden aber auch unterstützt von Eltern", merkt Kruse an. Es sei ja ganz normal, dass bei einem so jungen Klub noch ein wenig improvisiert werden müsse.
Nur Mädchen
Wie der Vereinsname bereits erahnen lässt, versteht sich der MSV Opladen als reiner Mädchensportverein. Jungen- oder Seniorenmannschaften sollen nicht eingerichtet werden. Trainiert wird – auch in den laufenden Sommerferien – montags und donnerstags, zumeist von 18 bis 19.30 Uhr auf der Sportanlage auf dem Birkenberg.
Vom Zuschauer zum Trainer
Allerdings sind viele der rund zwei Dutzend Spielerinnen schon länger als zwei Monate dabei. Denn hervorgegangen ist der MSV aus der Mädchenmannschaft von Blau-Weiß Schlebusch. Dort habe es ein wenig geknistert im Verein, so dass "wir gemeinsam mit den Eltern der Spielerinnen entschieden haben, einen eigenen Verein zu gründen", erzählt Kruse.
Den wollen die Beteiligten nun auf gesunde Beine stellen: Sponsoren suchen, Trainingsmaterial beschaffen. Vieles davon, vor allem die Bürokratie, die nun auf den Klub einprasselt, bleibe an der rührigen Vorsitzenden Marion Knöckel hängen, fügt Kruse an. Der Lützenkirchener kam ohne eigenes Zutun zu seinem Traineramt. "Meine Tochter Lisa wollte unbedingt Fußball spielen." Also fuhr er sie hin und wurde aus der Zuschauer- in die Trainerrolle befördert.
In der kommenden Spielzeit werden die Opladener C-Juniorinnen als bislang einziges MSV-Team außer Konkurrenz in der Kreisklasse antreten. Melden und mittrainieren können aber alle Mädchen zwischen acht und 15 Jahren. Obwohl die Rahmenbedingungen mitunter nicht immer allen genehm sind: "Eben", erzählt Kruse, "sind zwei Mädchen nach Hause gegangen. Ihnen war der Platz zu matschig."
Lena und Melanie, die mit acht Jahren zu den jüngsten Spielerinnen zählen, lassen sich von Matsch nicht abschrecken. "Ich war mit meinem Papa in der BayArena", erzählt Lena. Und da habe sie sich gedacht: Was die Männer da unten können, kann ich auch. Melanie dagegen eifert dem Beispiel ihrer ebenfalls Fußball spielenden Schwester nach.
Angeleitet werden die zwei von Chiara Burmeister, die 16 Jahre jung, aber damit schon zu alt ist für die MSV-Jugendmannschaft. "Aber ich wollte unbedingt weitermachen und trainiere daher jetzt die Acht- und Neunjährigen", erzählt sie. Mit Lena und Melanie wird heute Passen, Laufen und Schießen geübt. Dass es ihnen Spaß macht, ist den Mädchen anzusehen – und anzuhören: "Ich höre bestimmt nie wieder auf mit Fußball", ruft Melanie.
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