Reiten: Prominenz in Lauerstellung
VON SIEGFRIED GRASS - zuletzt aktualisiert: 22.10.2007Das viertägige Spring-Festival des Reitervereins Bayer hat glänzende Rahmenbedingungen. Davon wollten sich Lars Nieberg und Vater Ehning ein Bild machen. Leichlinger Kurt Hundenborn und Burghof-Mannschaft belegen in ihren Prüfungen Platz drei.
Jürgen Weiß ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Der Reiter aus Meckenheim gewann die schwerste Prüfung beim Springfestival des RV Bayer Leverkusen. Als letzter Teilnehmer ging er in der Siegerrunde an den Start. Da alle vor ihm nicht ohne Fehler geblieben waren, konnte er ganz auf Nummer sicher gehen. Doch nicht nur er verließ als großer Sieger das Areal am Kurtekotten. Auch der Veranstalter hatte wieder mächtig Werbung für sich gemacht. So wurde Weltcupsieger Lars Nieberg im Publikum gesichtet, der sich die ausgezeichneten Lokalitäten mal selbst ansehen wollte. Auch der Vater von Olympiasieger Marcus Ehning schaute vorbei. Ob Nieberg und Ehning im nächsten Jahr am Kurtekotten Pferde aus ihrem Stall satteln werden?
Als Sieger fühlte sich aber auch der Leichlinger Kurt Hundenborn. Er ist als Beamter bei der Stadt Monheim tätig und damit ein lupenreiner Amateursportler. Hundeborn wurde Dritter im FAB-Cup der Klasse L - genau zwei Wochen nach dem Sieg des internationalen Amateur-Cups im oldenburgischen Ankum. Der Leichlinger nahm erstmals am FAB-Cup teil und hat die Qualifikation „auf den letzten Drücker“, wie er selbst einräumte, geschafft. Sein Pferd, der neunjährige Aron, scheint ohnehin die große Reithalle am Kurtekotten zu mögen, denn hier wurde Sohn Carsten im vergangenen Jahr mit Aron Kreismeister. Hundenborns Lob hören auch RVB-Vorsitzender Christoph Jordan und Sportwart Peter Hiltrop gern: „Das ist hier schon eine tolle Anlage. Vor allem die Bodenverhältnisse sind nicht zu überbieten.“
Auf einem solch sicheren Geläuf konnten die Reiterinnen und Reiter schon mal etwas mehr riskieren. Zum Beispiel setzte die erst 16-jährige Angelique Rüsen vom RV Oberscheid alles auf eine Karte. Sie hatte den ersten Umlauf als eine von Fünfen ohne Fehler absolviert, dazu auch noch in der besten Zeit. Das wollte sie auf ihrer Stute Rapunzel wiederholen: Sie war sehr gut unterwegs, um ausgerechnet beim allerletzten Sprung der schwersten Prüfung eine Stange zu berühren. Damit wurde sie hinter Jürgen Weiß, Martin Sterzenbach (Lippe-Bruch-Gahlen) und Arne Stroman (Isterberg) Vierte. Aber die Ovationen des fachkundigen Publikums in der vollbesetzten Halle mögen sie für ihren beherzten Ritt entlohnen. Ohnehin wird man ganz sicher in den nächsten Jahren noch häufiger von ihr hören und lesen.
Ein stimmungsvoller Höhepunkt war auch die Mannschafts-Springprüfung. Jeweils vier Teilnehmer stellte jedes Team, die den Parcours bewältigen mussten – und zwar je einer über E-, A-, L- und M-Niveau. Hier lag der RFV Dhünn ganz vorne. Auf Platz zwei folgten der RV Oranjehof vor der Truppe von Franz Gilles. Der routinierte Reitlehrer von der RSG Burghof war mit seiner bewährten Stute Penny Lane unterwegs und nahm Cindy Roos und Jenny Roos sowie Ehefrau Nicole mit in den Wettbewerb.
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