Fußball: Qualität macht Laune
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 22.07.2009Mit viel Spaß und Ehrgeiz nehmen die Fußball-Frauen von Bayer 04 die Vorbereitung auf. Für den stark verjüngten und verbesserten Kader soll am Saisonende der Aufstieg in die Bundesliga stehen.
Da staunte Doreen Meier. Gleich 16 Spielerinnen konnte die Trainerin ders Fußball-Zweitlig-Frauen von Bayer 04 zur Kennenlern-Einheit auf dem Trainingsplatz an der BayArena begrüßen – darunter neun der zehn Neuzugänge. Diese Resonanz war deshalb beachtlich, weil es sich um einen freiwilligen Termin einige Tage vor dem Einstieg in die Vorbereitung handelte. Die Stimmung war prächtig: Beim Fotoshooting in den neuen Auswärtstrikots blieb reichlich Raum für den ein oder anderen Spaß – vom Trainingshütchen als Kopfbedeckung bis zum Flachs über die recht hektischen Versuche der ein oder anderen Teamkollegin, die Haare in Form zu bringen.
Bei aller guten Laune kam jedoch auch das Sportliche nicht zu kurz. Bei den Übungen und einem Trainingsspiel auf Kleintore war die gestiegene Klasse des neuen Kaders problemlos auszumachen. Beide Teams glänzten durch feine Spielzüge, akkurates Kurzpass-Spiel und viel Übersicht, dass das Zuschauen eine Wonne war. Nichts erinnerte mehr an die bisweilen doch arg holprigen Passagen in den Spielen der enttäuschenden Vorsaison. Da ging Meier merklich das Herz auf. "Ich freue mich darauf, mit diesen tollen Spielerinnen zu arbeiten. Jetzt können wir auch vermehrt an der Taktik mehr feilen", sagte sie.
Dabei kann sie auf zwei neue Mitstreiter zählen. In Conny Ohl, die bereits seit zehn Jahren bei Bayer 04 beschäftigt ist, übernimmt eine echte Expertin in Sachen Frauen-Fußball (Keeperin der ersten Bundesligamannschaft des FFC Frankfurt) den einen Assistentenposten. Sie soll auch Torwart-Trainer Kai Kubierske unterstützen. Zweiter Neuling im Trainerstab ist Reinhard Huth, der vom Bonner SC kommt. "Jetzt können wir viel individueller arbeiten", meint Meier. Geplant ist zudem, ein freiwilliges Vormittagstraining pro Woche anzubieten.
Über die Ziele der nun mit vielen Junioren-Nationalspielerinnen sowie einigen bundesligaerfahrenen Kräften verstärkten Mannschaft gibt es keine zwei Meinungen. "Wir wollen ganz klar aufsteigen", betont Meier. Das war auch schon die Ansage vor der vergangenen Saison. Da stets versehen mit dem Hinweis, die Meisterschaft sei anders als für die Konkurrenz kein Muss. Diese Abschwächung zieht nun nicht mehr. Bayer ist mit dem 1. FC Köln (hat das Startrecht von Aufsteiger Brauweiler übernommen) Top-Favorit auf den Aufstieg. Viel wird wohl darauf ankommen, ob es Meier schafft, die Stimmung weiter hoch zu halten und aus glänzenden Einzelspielerinnen ein Team zu formen. "Ich bin sehr optimistisch, dass uns das gelingt", sagt sie.
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