Reinfälle
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 02.10.2006Die Leichlinger Mannschaft tat gegen Soest viel dafür, nicht mehr als Favorit auf die Meisterschaft angesehen zu werden. Der TuS 82 Opladen musste in Westfalen kapitulieren.
Nach dem Spiel kannte Frank Lorenzet keine Verbündeten mehr. Schiedsrichter („Ein Skandal, was die gepfiffen haben“), Mannschaft („Das Team ist lange, lange nicht so weit wie in den letzten Jahren“), Umfeld („Das Geschwätz, wir seien Top-Favorit, geht mir auf die Nerven“) oder Gegner („Was die vor dem Spiel für einen Quatsch verbreitet haben“). Der Trainer der Handballer des Leichlinger TV fand derbe Worte für eine derbe Pleite.
Unschwer zu erraten, dass der Regionalligist eine Niederlage kassiert hatte. 24:31 (13:14) hieß es am Hammer gegen den Soester TV. Die Gäste präsentierten sich als solides Team. Der LTV nicht. Licht und Schatten wechselten sich bei ihnen verlässlich ab, und mitunter stellten sich komplette Stromausfälle ein. Bestes Beispiel: die fünf Minuten vor der Halbzeit. Die Leichlinger kontrollierten das Geschehen, führten mit 13:8, hatten drei Mann Überzahl. Statt einer Vorentscheidung zu ihren Gunsten herbeizuführen, wurden Spielen und Tore-werfen eingestellt. Die 250 Zuschauer zeigten sich erstaunt, das Team aus Soest unbeeindruckt und die Anzeigetafel plötzlich die Führung der Gäste.
Die Formationen
LTV: Ross, Hamers (ab 31.) – Scherer (7/1), Hepp (6/6), Born (5), Ellenberg (4), Jungmann (1), Rezaloo (1), Kienbaum, Kessler, Bauerkamp, Müller. TuS 82: Conradi, Carapina (31.-45.) – F. Voigt (1), Matosevic (2/1), J.-F. Voigt (3), Hilger (1), Nikolic (9/4), Daun, Gerdsmeier (2), Jacobs (4), Chelius (1), Steinke (1), Eisenbach (2), Schlierkamp (6).
Gegen den Rückstand (bis zu vier Treffer) lief der LTV in Hälfte zwei wütend an. Auf dem Feld und auf den Rängen erreichte der Leichlinger Optimismus zehn Minuten vor Ende – noch ein Tor war aufzuholen – den Höhepunkt. Dann folgte, was den LTV-Trainer so in Rage brachte: Zeitstrafe um Zeitstrafe – teils berechtigt, teils nicht – sammelten die Gastgeber. Lorenzet handelte sich völlig unnötig zwei Minuten wegen Meckerns ein. Er habe sich provoziert gefühlt von Fehlentscheidungen, begründete er später. Soest behielt kühlen Kopf und düpierte den LTV in den Schlusssekunden.
Positives gab es aus Leichlinger Sicht nicht zu vermelden. Außer, so Lorenzet, diese Nachricht: „Jetzt redet wenigstens keiner mehr davon, wir seien Favorit.“
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