Handball: Saison voller Tücken und Ängste
VON UDO BONNEKOH - zuletzt aktualisiert: 06.09.2008Der Mangel an Vorbereitung scheint für Bayers Handball-Frauen vor dem heutigen Meisterschaftsstart in Dortmund noch das geringste Übel zu sein. Trainerin Renate Wolf ist besorgt wegen der Entwicklung im Umfeld.
Sie hat ja schon immer gemacht und getan und gearbeitet an dem, was andere das Lebenswerk nennen. Und Renate Wolf hat mit ihren Leverkusener Handball-Frauen ständig mit Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt, seit das Finanz-Korsett immer enger geschnürt worden ist. Doch die aktuellen Probleme, mit denen Wolf und ihre Spielerinnen in die heute mit der Partie in Dortmund beginnende Bundesliga-Saison gehen, haben eine andere Qualität.
Am Ende der Spielzeit wird womöglich die Existenzfrage gestellt. Und unberührt bleiben Trainerin und Team jedenfalls nicht von den vielen Veränderungen im Umfeld: Profi-Basketball weg, baldiger Umzug aus der bisherigen sportlichen Heimat mit Abriss der Traditionsspielstätte, nebendran Ausbau der BayArena und zudem die Installation von Frauen-Fußball. Auch deshalb fordert Wolf stets aufs Neue ein Bekenntnis: „Stadt und Wirtschaft müssen zeigen, ob sie Spitzensport in Leverkusen neben dem Fußball noch wollen“, bekräftigt sie.
Von sportlichen Widrigkeiten mag die Trainerin unter den Umständen, die sie als bedrückend empfinden muss, gar nicht reden. „Wir brauchen noch ein bisschen Zeit, um uns zu finden. Die Saisonvorbereitung war wegen der Abstellungen für Olympia alles andere als optimal“, betont sie. Die wünschenswerte Verfeinerung, das Erarbeiten von Automatismen lässt sich nun nur noch in der Meisterschaft nachholen. „Das heißt aber nicht, dass wir einfach Punkte hergeben können. Wir wollen gut starten – nicht nur in Dortmund“, sagt Wolf.
Obwohl sich die Konkurrenz sehr verstärkt zu haben scheint, nimmt Wolf „die Play-offs“ als vernünftige Vorgabe. Der Stamm ist geblieben, junge entwicklungsfähige Youngster rücken nach. „Es ist so, dass wir seit Jahren keine spektakulären Transfers machen, sondern hier Stars enntwickeln“, stellt Wolf fest. Und zu denen, die einen sichtbaren Sprung machen sollen, zählt die Trainerin Laura Steinbach und Penda Bönighausen.
In Dortmund muss sich Wolf heute personell wieder ein Stück strecken, da Anne Müller wegen einer Fingerverletzung ausfällt. „Ich rechne mit vier Wochen Pause für Anne“, erklärt die Trainerin und sagt so ganz nebenbei, dass Heike Ahlgrimm nach ihrem Kreuzband-Riss bald wieder auf dem Damm sein wird. „Ich plane sogar mit einem Kurzeinsatz von ihr.“
Der Stamm: Woltering, Knipprath – Meier, Fillgert, Weigelt, Müller, Byl, Glankovicova, Bönighausen, Ahlgrimm, Loerper, Steinbach. Neu im Team sind: Claudia Schückler (Bensheim), Natascha Kocevska (Sulzbach) und Stephanie Glathe (Dortmund).
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