Tischtennis: Tradition – neu belebt
VON UDO BONNEKOH - zuletzt aktualisiert: 19.06.2007Der Post-SV Opladen, einst im Tischtennis sehr angesehen, hat sich nach einem erschreckenden Niedergang wieder auf den Weg durch die sportlichen Instanzen gemacht. Routinier Ralf Zobel spielt dabei eine tragende Rolle.
Die Aufstellung von damals? Klar, die kennt Ralf Zobel noch. Ist ja auch erst rund 30 Jahre her. „Also, Jäger, Christiani, Klöpsch, Willeitner, Kreikenbohm, Zobel.“ Mitte der siebziger und achtziger Jahre, das war eine sehr gute Zeit beim Post-SV Opladen, Sparte Tischtennis. In der Verbandsliga mischten die Opladener sogar damals mit, später zumindest in der Landesliga, ehe das Siechtum einsetzte bis hin zum sportlichen Nichts. 2003 gab es nicht mal mehr eine Mannschaft. Tischtennis beim Post-SV war so gut wie tot. Der Rest an verbliebenen Aktiven wanderte ab nach Quettingen, Lützenkirchen, zu den Sportfreunden, nach Bürrig oder sonst wohin. Doch jetzt sieht es so aus, als sei die Abteilung, die damals nicht mal mehr zehn Mitglieder zählte, wieder belebt, praktisch neu geboren – mit Ralf Zobel als Geburtshelfer.
Zobel hat sich nicht abfinden wollen mit dem rapiden Niedergang und die Kontakte gepflegt zu früheren Mitstreitern und vom Wiederaufbau erzählt. Jetzt ist er Abteilungsleiter bei den Opladenern und auch noch Trainer für den Nachwuchs, was er seit 1985 macht. 35 Jahre gehört Zobel im nächsten Jahr dem 1967 gegründeten Post-SV an, mit elf ist er eingetreten. Da besteht natürlich eine innige Verbindung, die auch schwerste Krisen übersteht.
„Wir haben jetzt wieder sieben Mannschaften, von Herren über Damen bis zu den Schülern“, sagt Zobel, „das hat es seit langem hier nicht mehr gegeben. Die Abteilung schließen oder neu anfangen, das war damals die Frage.“ Er hat sich für die zweite Lösung entschieden. Inzwischen hat sich die erste Herrenmannschaft, die vor noch gar nicht so langer Zeit als Vierer-Team in der Tiefe der 3. Kreisklasse (mit den Damen Liane Baron und Myrjam Michael) den Zelluloid-Ball bewegt hat, vorgearbeitet auf dem Weg durch die Instanzen. Sie ist gerade erneut aufgestiegen – in die 1. Kreisklasse. Ende der Fahnenstange? „Mal sehen, wie stark die Konkurrenz dort ist“, sagt Zobel.
Wer sich die Aufstellung des Teams anschaut, sieht in der Region bekannte Namen versammelt. Marc-Oliver Werner, früher Reusrath, Baumberg, Hilden, ist die Nr.1, Till Wendland ist aus Lützenkirchen zurück, Christian Jantschik kommt von den Sportfreunden, Mevlüt Demir hat es von Quettingen wieder zum Post-SV gezogen. Ja und dann sind da eben noch Dietmar Kreikenbohm, der Mitstreiter aus den besten Opladener Tagen, und Zobel selbst.
Ein Damen-Team gibt es nun auch in Opladen, wenn auch mit „Leihgaben“ aus der Umgebung. Yvonne Künzl aus Quettingen ist dabei, Kristiane Nitz, Jessica Sibilja aus Bürrig und Michaela Schneider-Hundenborn aus Frielingsdorf sowie Liane Baron und Myrjam Michael. Die Förderung von Nachwuchs beim Post-SV liegt Zobel allerdings am meisten am Herzen. Wegen der Zukunft.
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