Handball/Volleyball: TSV-Teams basteln an der Erstklassigkeit
VON S. KLÜTTERMANN UND R. ZILLES - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010Die Handballerinnen und Volleyballerinnen des TSV Bayer 04 haben ein Ziel: Beide wollen eine Lizenz für die kommende Bundesligasaison erhalten. Weil der Gesamtverein angekündigt hat, nur noch eine Grundförderung zu finanzieren, sind beide Abteilung eifrig auf der Suche nach Sponsoren.
Die Elfen haben mittlerweile die Lizenzierungsunterlagen von der Handball-Bundesliga-Vereinigung Frauen vorliegen. Bis zum 31. März müssen sie den Antrag vollständig zurückschicken.
Aus den Unterlagen, die unserer Zeitung vorliegen, geht hervor, dass Bayer für eine erneute Teilnahme an der ersten Liga eine Bürgschaft von 40 000 Euro hinterlegen muss – als Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Sollten die Elfen ihren Antrag nach dem 1. Mai zurückziehen müssen, drohen Schadensansprüche seitens der Liga.
Kostenlose Marketing-Kampagne
Hilfe beim Projekt "Rettet die Elfen" kommt nun ausgerechnet aus Köln: Die dort ansässige Werbe-agentur FSW hat sich bereiterklärt, kostenlos eine Marketing-Kampagne für die Bayer-Frauen zu erstellen. FSW arbeitete im Profisport-Bereich auch für Basketball-Bundesligist Telekom Baskets Bonn.
Der Blick auf die aktuelle Lage der Elfen kommt für Jürgen Rothe einem Déjà-vu-Erlebnis gleich. "Was sie nun erleben, haben wir bereits hinter uns", sagt der Geschäftsführer der Volleyball-Abteilung des TSV. Denn im vorigen Sommer drückte eine erodierende finanziellen Ausstattung das Frauen-Team hinunter in Liga zwei. Dort eilen die Damen von Sieg zu Sieg und haben die sportliche Qualifikation für eine Rückkehr in die Eliteliga praktisch in der Tasche.
So lange theoretische Zweifel an der Meisterschaft bestehen, will Rothe keine Prognosen abgeben, ob am Ende der Saison ein Aufstieg stehen wird: "Erst wollen wir die sportliche Grundlage schaffen, dann äußern wir uns zu den wirtschaftlichen Möglichkeiten." Diese Zurückhaltung sei eine Lehre aus dem Vorjahr: "Damals waren wir zu optimistisch, daher halten wir uns nun bedeckter", ergänzt Rothe.
Zahlen über Etat oder Zuwendungen durch den Verein gibt er nicht preis. Nur so viel lässt sich der Geschäftsführer entlocken: Den finanziellen Rahmen für die Erstklassigkeit zu schaffen, sei "ein Kraftakt. Aber ich denke, es ist nicht unmöglich." Für eine Realisierung bleibt den Volleyballerinnen Zeit bis 15. April. "Dann läuft die Frist für die wirtschaftliche Lizensierung ab. Aber es gibt danach durchaus noch Möglichkeiten", sagt Rothe.
Keine Prognose für die Herren
Hinsichtlich der Perspektive für das ebenfalls erfolgreiche Herrenteam gab der Geschäftsführer keinerlei Prognose ab und verwies lediglich auf die "klare Positionierung" der Volleyballer, die den nachwuchsorientierten Leistungssport im Frauenbereich in den Vordergrund stelle.
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