Fußball: Überfluss und Mangel
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 15.09.2008In der Fußball-Bezirksliga betrachtet der VfL Witzhelden sein 18:0 als „schlechte Trainingseinheit“.
Die Leichlinger wähnen sich in Solingen lange ebenbürtig, schießen aber kein Tor.Nach dem Schlusspfiff herrschte etwas Verwirrung ob des Ergebnisses. 19:0 (9:0) bezwang der Fußball-Bezirksligist VfL Witzhelden nach eigener Rechnung das bemitleidenswerte Team von Vatanspor Radevormwald. Der Referee jedoch notierte ein Tor weniger für das Team von Trainer Christian Hausmann. Ein Protest gegen die Wertung der Partie ist – bei dieser Deutlichkeit nachvollziehbar – nicht geplant. Leer ging im Gegensatz zum VfL der Lokalrivale SC Leichlingen aus. Allerdings präsentierte sich die von Klaus Körner betreute Mannschaft beim 0:2 in Solingen beim Duell mit dem Meisterschaftsfavoriten VfB als durchaus ebenbürtiger Gegner.
VfB Solingen – SC Leichlingen 2:0 (2:0). Benjamin Kunze machte den Unterschied aus. Der Torjäger der Platzherren war bei insgesamt drei nennenswerten Gelegenheiten zweimal zur Stelle (13./45.) – jeweils mit dem Kopf nach Flanken in den Strafraum. Effektivität ist die große Stärke des Solingers. Der SCL hingegen muss daran noch arbeiten. Zum wiederholten Male blieben gute Möglichkeiten ungenutzt und dem Team aus der Balker Aue dadurch der Lohn für eine ansprechende Leistung verwehrt. Nuri Berani, Sascha Grünheck und Habil Aziri hatten die besten Chancen. Die Partie endete mit zwei Teams in voller Besetzung. Dabei hätte – so sahen es zumindest die Gäste – Adnan Gashi schon nach 17 Minuten vom Feld gehört. „Er foult Daniel Fischermann, der durch gewesen wäre von hinten. Und bekommt nur Gelb. Unverständlich“, meinte Leichlingens sportlicher Leiter Ralph Betzel. Überaus zufrieden war er hingegen mit der Leistung des SCL. „Ein Unterschied war nicht zu sehen, obwohl der VfL ein Titelanwärter ist“, sagte er.
VfL Witzhelden – Vatanspor Radevormwald 18:0 (9:0). Gleich zehn Feldspieler durften sich in die Torschützenliste eintragen: Mario Färber (nach Schiedsrichter-Ansicht drei Treffer, nach VfL-Meinung vier) Florian Mandt (3), Arne Thelen, Christoph Böhler, Michael Schumacher, Thomas Rößler (jeweils 2), Ricci Sciannimanica, Alexander Witt, Tim Bogner, Martin Baron. Dementsprechend deutlich fiel Hausmanns Urteil über die Partie und den Gegner aus. „Das war eine Kirmestruppe, regelrechtes Kanonenfutter und die Begegnung eine schlechtere Trainingseinheit“, betonte er. Sein Bezirksliga-Debüt für den VfL feierte Moritz Krohn. Der 18-Jährige vertrat den gesperrten Keeper Markus Schäfer und litt an Langeweile. „Der Junge hatte Sonnenschutzfaktor 15 drauf und hat sich ein bisschen gesonnt“, scherzte der Witzheldener Übungsleiter. Groß beschäftigen mochte er sich mit dem Kantersieg allerdings nicht.
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