Leichtathletik: Ulm war eine Reise wert
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 10.08.2010Die Deutschen Jugendmeisterschaften an der Donau bringen Bayers Leichtathleten vier Goldmedaillen ein. Die Abteilung sieht dies als gelungene Fortsetzung der Erfolge von Senioren-DM und Europameisterschaft.
Paul Heinz Wellmann hatte in diesem Jahr schon schlechtere Phasen als Geschäftsführer der Leichtathleten im TSV zu kommentieren. "Wir können uns in der Tat nicht beklagen, sind natürlich sehr zufrieden", sagt Wellmann mit Blick auf das erfolgreiche Abschneiden der eigenen Athleten bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm, mit denen Bayer goldene drei Wochen komplettierte mit Titeln bei der Senioren-DM, einem kompletten Medaillensatz bei der Europameisterschaft in Barcelona und eben jetzt vier Titeln in Ulm. "Das schöne ist, dass wir unter Beweis stellen konnten, dass wir einerseits international konkurrenzfähig sind, andererseits aber auch leistungsstarken Nachwuchs heranführen", sagt Wellmann. Zum Vergleich: Mit einem Sieg und zwei dritten Plätzen war das Resultat der letztjährigen Titelkämpfe in Rhede bereits nach dem ersten Tag erreicht.
Als Gold-Quartett erwiesen sich im Donaustadion Stabhochspringer Jonas Efferoth (männliche Jugend B), Hochspringer Mateusz Przybylko (männliche Jugend A) und Diskuswerferin Marike Steinacker (weibliche Jugend A) sowie die Sprinter Timo Stinski, Florian Hübner, Andreas Michel und Niklas Rothes über 4x100 Meter. Insgesamt zwölfmal standen die Nachwuchs-Athleten des TSV am Wochenende auf dem Treppchen. Zu den ersten Plätzen kamen noch Silber für Kugelstoßer Marc Decker und sieben Bronzemedaillen hinzu (siehe Info).
Efferoth machte seinen Wettkampf allerdings packender als erwartet, denn auf dem Papier war er mit seiner Bestleistung von 5,15 Metern haushoher Favorit. Über 4,70 Meter musste er aber bis zum dritten Versuch zittern, ehe er über die Latte flog und ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen war. Es folgte die Zugabe über 4,90 Meter. "Mit den 4,90 Metern bei diesen Bedingungen kann ich zufrieden sein", resümierte er. Bei Hochspringer Mateusz Przybylko ging die Faust in die Luft, als er im ersten Versuch über 2,16 Meter floppte und seine persönliche Bestleistung um einen Zentimeter steigerte.
Während Przybylko von Beginn an der Favorit war, hatte wohl nur Diskuswerferin Marike Steinacker selbst im Vorfeld mit ihrem Sieg gerechnet. Dass dann aber ihr letzter Versuch bis auf 50,02 Meter segelte und sie damit zum ersten Mal über der 50-Meter-Marke blieb, konnte sie nicht ganz begreifen. "Ich bin völlig überwältigt. Die ganze Saison habe ich auf diese Weite gewartet und heute ist sie da." Genau zum richtigen Zeitpunkt.
TSV-Starter in den Top 8
Männliche Jugend A
100 Meter: 3. Timo Stinski 10,76 Sekunden, 8. Andreas Michel 11,00 Sekunden (Vorlauf: 10,86 Sekunden); 110 Meter Hürden: 3. Niklas Rothes 10,75 Sekunden; Weitsprung: 8. Nils Weispfennig 6,84 Meter; Hochsprung: 1. Mateusz Przybylko 2,16 Meter; Stabhochsprung: 3. Marvin Caspari 5,10 Meter, 5. Tim Marvin-Grimberg 4,95 Meter; Kugelstoßen: 2. Marc Decker 18,51 Meter; 4x100 Meter: 1. TSV Bayer 04 (Stinski, Hübner, Michel, Rothes) 41,00 Sekunden.
Männliche Jugend B
Stabhochsprung: 1. Jonas Efferoth 4,90 Meter; 7. Christian Schiemann 4,40 Meter; Speerwurf: 3. Sven Timmler 63,73 Meter.
Weibliche Jugend A
1500 Meter: 4. Christina Müller 4:33,16 Minuten; 2000 Meter Hindernis: 3. Julia Dobmeier 6:53,87 Minuten, 4. Lena Klaassen 6:58,22Minuten; Weitsprung: 3. Lisa Kurschilgen 5,97 Meter; Hochsprung: 3. Kimberly Jeß 1,76 Meter; Diskuswurf: 1. Marike Steinacker 50,02 Meter; Hammerwurf: 4. Sarah Lippold 48,65 Meter.
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