Handball: "Wozu gibt es denn Fristen?"
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 07.06.2010Mit Unverständnis reagiert Frank Lorenzet, Trainer von Handball-Zweitligist Leichlinger TV, auf die gestrige Entscheidung des Ligaverbandes, Konkurrent Delitzsch mehr Zeit zur Erfüllung von Lizenzbedigungen zu gewähren.
Heute startet die erste, drei Wochen lange, Vorbereitungsphase auf die kommende Saison. Wo die Handballer des Leichlinger TV dann anzutreten haben – in Liga zwei oder drei – steht noch immer nicht endgültig fest. Allerdings kam gestern aus dem Präsidium Handball-Bundesliga (HBL) ein deutlicher Fingerzeig darauf, dass der LTV als einziger sportlicher Absteiger der Zweiten Liga den Gang in die ungeliebte Drittklassigkeit anzutreten hat.
Denn im Rahmen seiner Sitzung erteilte das HBL-Gremium dem Leichlinger Liga-Konkurrenten Concordia Delitzsch im Nachgang vorläufig eine Lizenz für die kommende Saison. Indes ist diese Spielberechtigung für die finanziell schwer angeschlagenen Sachsen – die gleichbedeutend mit dem Abstieg für den LTV wäre – nach Angaben der HBL mit Auflagen sowie weiteren Bedingungen verbunden, "die bis zum 14. Juni erfüllt werden müssen", sagte Liga-Sprecher Oliver Lücke. Konkretes über die Inhalte der Auflagen und Bedingungen sagte er nicht.
BHC scheitert
Ein weiteres Jahr in der Zweiten Liga ist dem Bergischen HC sicher: Der Tabellenzweite der abgelaufenen Spielrunde scheiterte nach 27:33-Niederlage und 37:36-Sieg in der Relegation am TV Emsdetten, der nun gegen den TSV Dormagen um den letzten verbleibenden Startplatz in der Ersten Liga spielt.
In Leichlingen löste die Botschaft des Präsidiums neben Enttäuschung vor allem Ärger bei Trainer-Manager Frank Lorenzet aus. "Diese Entscheidung ist schwierig zu verstehen. Wozu gibt es denn die Fristen für die Lizenzierung und die Nachbesserungen, wenn es nun erneut eine Verlängerung für Delitzsch gibt", fragte er sich und wird die Frage vermutlich auch HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann stellen. Der hatte dem LTV-Manager die Nachricht von der erteilten Lizenz für Delitzsch gestern auf den Anrufbeantworter hinterlassen. Lorenzet will aber mit dem HBL-Chef noch ein persönliches Gespräch suchen.
Abseits der Irrungen und Wirrungen rund um die Lizenzierung wollen die Leichlinger weiterhin prüfen, ob Klage gegen die Durchführungsbestimmungen der Handball-Liga eingereicht wird. Die Frage dabei lautet: Geht daraus zweifelsfrei hervor, dass in der aktuellen Situation Leichlingen als Letzter der Südstaffel der Zweiten Liga absteigen muss? Also: Warum trifft es keinen Verein aus der Nordstaffel? Von der HBL wird einem solchen juristischen Vorstoß kaum Aussicht auf Erfolg eingeräumt. Lorenzet kündigt aber an, dass ab heute geprüft werden soll, wie eine solche Klage auszusehen hat, bei welchem Gericht sie einzureichen wäre und wie teuer ein solcher Schritt den Verein kommen würde. "Wir werden um den Klassenerhalt kämpfen, genauso wie Delitzsch auch darum kämpft", kündigt Lorenzet an.
Ganz nebenbei muss er sein neu zusammengestelltes Team ab heute auf die nächste Saison vorbereiten.
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