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Handball: Ziele – eine Frage der Gemeinschaft

VON UDO BONNEKOH - zuletzt aktualisiert: 23.06.2008

Kräfte wie die Nationalspielerinnen Woltering, Müller und Loerper repräsentieren bei Olympia die Leverkusener Gegenwart. Was die Zukunft für den Frauen-Handball bei Bayer bringt, ist nicht nur für Renate Wolf ungewiss. Die Mädchen sind Vizemeister. Die Männer nehmen neuen Anlauf.

Natürlich ist sie nach Ketsch in die Nähe von Heidelberg gefahren, obwohl sie noch Urlaub hat. Für Renate Wolf war das ein Pflichttermin – auch aus moralischen Gründen, wenn es eine Leverkusener Mannschaft schon so weit gebracht hat. Schließlich ist dort an diesem Wochenende die Nachwuchs-Elite im Einsatz gewesen beim „Final Four“ um die Deutsche Meisterschaft der Handball-A-Juniorinnen (Bericht am Fuß der Seite). Und in Leverkusens Team steht ja ein Teil der Spielerinnen, die für Wolf als Trainerin die sportliche Zukunft darstellen bei Bayer. Bayers Gegenwart wird momentan noch repräsentiert von Kräften wie Clara Woltering, Anne Müller und Anna „Lumpi“ Loerper, die sich derzeit mit Bundestrainer Armin Emrich und der Nationalauswahl in Tauberbischofsheim beim ersten Lehrgang auf Olympia in Peking vorbereiten.

„Dass die drei dabei sind, macht mich stolz“, sagt Wolf, die ansonsten vor einem Berg von Problemen steht. Da ist noch nicht mal die Rede davon, dass im Verein die Installation des Frauenfußballs in der 2. Bundesliga mit Kölner Hilfe (TuS rechtsrheinisch) von höchster Bedeutung (mit entsprechenden Kosten) zu sein scheint. „Wir müssen mal schauen, wie sich künftig Verein, Fans und Sponsoren positionieren“, betont die Trainerin, die am 30. Juni zum ersten Training der ziemlich veränderten Gruppe bittet. Sabrina Neukamp, Michaela Seiffert und Anne Krüger haben sich nach Blomberg verändert, weil sie sich an der Lippe auf Dauer offenbar wirtschaftlich sicherer fühlen als bei Bayer. Als letzte hat sich Gesine Paulus nach Dortmund verabschiedet (wie auch die Juniorin Annika Busch). Paulus ist in Leverkusen nicht glücklich geworden, auch deshalb hat Wolf ihr trotz personellen Engpasses die Freigabe erteilt. Neu sind bislang lediglich Claudia Schückler aus der 2. Liga (Bensheim/Auerbach) und Steffi Glathe (Dortmund). Penda Bönighausen rückt aus dem Future Team auf, aus dem sich Wolf bei Bedarf weiter bedienen will (muss). „Und dann hoffe ich natürlich auf eine Rückkehr von Heike Ahlgrimm“, sagt Wolf mit einem Flehen in der Stimme.

Was die Leverkusenerinnen, die künftig in der Dopatka-Halle um Punkte kämpfen werden, für die neue Saison als Ziel ausgeben? „Das werden wir in einer Sitzung mit der Mannschaft klären“, sagt Wolf, „es hat ja keinen Zweck, irgend eine Vorgabe zu setzen, mit der sich die Spielerinnen nicht identifizieren können.“

Quelle: RP

 
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