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Fußball: Zum Einschlafen spannend

VON UDO BONNEKOH - zuletzt aktualisiert: 10.04.2007

Ein Sieg sollte es natürlich sein, damit im Duell mit Kiel um den ersten Nichtabstiegsplatz in der Regionalliga wenigstens ein kleines Stück Bodengewinn gelänge. Am Ende des Arbeitstages im mit knapp 500 Zuschauern trostlos unterbesetzten, mit geschätzt 100 Ordnern aber überbesetzten Grenzland-Stadion mussten Bayer Leverkusens Nachwuchsfußballer heilfroh sein, gegen den Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach II nicht klar verloren zu haben. „Danke für den Punkt“, sagte Dirk Dreher nach dem tristen 1:1 in einer überwiegend zum Einschlafen spannenden Partie. Der Leverkusener Co-Trainer adressierte seine Worte, begleitet von einem Händeschütteln, an René Schnitzler, der mal bei Bayer Fuß zu fassen versucht hatte und nun wieder für die Borussia angreift.

„Schnitzel“, wie sie den stämmigen Stürmer nennen, wäre beinahe ungenießbar geworden für eine erschreckend desolate Bayer-Abwehr mit einem mehrmals desorientierten Alexander Meyer und einem staksigen, kopfballschwachen Stefan Reinartz. Schnitzler ging fürwahr pfleglich mit alten Kameraden um: Mal setzte er die Kugel frei an den Pfosten, mal traf er den von Reinartz im Strafraum frei gegebenen Ball nicht richtig, mal schoss er knapp übers Tor, mal verhob er sich alleinstehend beim Versuch eines Hebers. Die feine Vorlage zu Borussias Ausgleich kam allerdings von ihm, Sahan schloss nach Rückpass ab.

„Ich weiß auch nicht so recht, was ich dazu sagen soll“, meinte Bayer-Trainer Ulf Kirsten, „so schlecht wie heute haben wir fast noch nie auswärts gespielt.“ Ob es der nervliche Druck ist, der mit Abnahme der Spiele zum Klassenerhalt wächst? Ob die Leverkusener schon verstärkt an ihre Zukunft denken im Falle des Abstiegs? Womöglich ist es aber auch so, dass die Qualität nicht reicht für Konstanz – bei lauter halben Portionen wie Kim Falkenberg, Fabian Hergesell, überforderten Grünschnäbeln wie Reinartz, langsamen, verspielten Angreifern wie Tevfik Köse oder dem absolut ungefährlichen Michal Papadopulos. Wenn denn mal was kam an Positivem, kam es in der Regel von Pierre De Wit, dem Freistoß-Schützen zur Leverkusener Führung nicht lange nach der Halbzeit. Der Treffer schien zu seinem persönlichen Durchbruch nach langem Tief zu werden und zu einem Weck-Erlebnis fürs Team. Zehn Minuten danach aber war alles wie gehabt, zumal da De Wit die Möglichkeit zum 2:1 hüben ausließ wie der großzügige Schnitzler drüben. Es war zum Weggucken.

Bayer: Domaschke – Falkenberg, Reinartz, Meyer, Hergesell, Callsen-Bracker (61. Hübener), Camdali, De Wit, Bendovskyi (77. Touré), Papadopulos, Köse (46. Schmidt).

Quelle: RP

 
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