Radevormwald: Ärztesprecher wirbt für Impfung
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 23.10.2009Radevormwald (RPO). Die Impfung gegen die Schweinegrippe nehmen in Radevormwald fast alle niedergelassenen Ärzte vor. Das geht aus einer Liste hervor, die das Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises im Internet veröffentlicht hat. Um eine möglichst flächendeckende Versorgung mit dem Impfstoff zu gewährleisten, hatte das Amt mit der Kassenärztlichen Vereinigung unter den Medizinern eine Umfrage gestartet.
Radevormwalds Ärztesprecher Dr. Klaus-Dieter Kohtz hält die Schutzimpfung für sinnvoll. "Die Menschen sollten sich nicht durch selbst ernannte Experten und Besserwisser verunsichern lassen", sagt. Wer sich impfen lassen will, müsse zuvor ein Formular ausfüllen, das über die Impfung informiert. "Der Patient muss sein Einverständnis erklären", sagte Kohtz. Er hat festgestellt, dass viele Patienten zögern. "Deshalb wissen wir nicht, was uns ab 2. November für ein Ansturm erwartet", erklärte er.
Bis morgen erhalten 15 oberbergische Apotheken den Impfstoff, der ab Mittwoch Mitarbeitern bei Rettungs- und technischen Hilfsdiensten sowie Feuerwehren injiziert wird. Ab 2. November steht der Impfstoff allen Patienten zur Verfügung. In Radevormwald übernimmt die Bergische Apotheke die Verteilung. Patienten, die eine Impfung wünschen, müssen dies ihrem Arzt mitteilen, der dann die Apotheke informiert. Sie erhält den Impfstoff über das Gesundheitsamt. Einzelinjektionen sind nach Angaben von Gesundheitsdezernent Dr. Jorg Nürmberger nicht möglich. "Das Serum wird in Zehner-Einheiten geliefert, die einmal angemischt sofort injiziert werden müssen." Impfdosen, die nicht verbraucht werden, müssten sofort weggeworfen werden.
Ein Großhändler beliefert die 15 Apotheken, die das Serum weiterverteilen. In der ersten Woche erhält Oberberg 5500 Impfdosen. Ab 2. November sollen vor allem Patienten mit erhöhtem Erkrankungsrisiko geimpft werden, zum Beispiel Patienten ab sechs Monate mit chronischen Erkrankungen der Atemorgane, Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes und chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nürmberger betont, dass die Impfung freiwillig erfolgt.
Alle Oberberger erhalten nach seinen Angaben das Impfserum der Marke "Pandemrix". Einen gesonderten Impfstoff für Behördenmitarbeiter gibt es im Kreisgebiet nicht, sagt er. Tipp des Fachmanns: Einfache Hygieneregeln wie regelmäßiges Händewaschen und bei Husten und Niesen Mund und Nase mit einem Einmaltaschentuch bedecken, reduziere das Ansteckungsrisiko.
Bislang sind 71 Personen im oberbergischen Kreis an der Schweinegrippe erkrankt, in Radevormwald sind es zwölf.
Informationen Hotline des Gesundheitsamtes Oberberg: Tel. 02261 887766 oder beim NRW-Gesundheitsministerium unter Tel. 0180 3100210.
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