Radevormwald: Alaaf, der Anfang ist gemacht
VON ANTJE DAHLHAUS - zuletzt aktualisiert: 12.11.2007Radevormwald (RPO). Farbe brachte das erste Dreigestirn in Radevormwald zum Karnevalsauftakt ins Spiel. Außerdem lotste Prinz Thomas erstmals die große Ehrentanz-Garde der Sülz-Klettenberger Karnevalsgesellschaft in die Stadt.
Der Countdown hätte in Köln nicht schöner runtergezählt werden können – pünktlich beim „Zero“ am 11.11. um 11 Uhr 11 fingen die Narren in Radevormwald an zu schunkeln. „Kölle alaaf“ wurde begeistert angestimmt, und in der Tat ist es bei der Rader Karnevalsgesellschaft in diesem Jahr noch ein bisschen kölscher gefärbt als ohnehin schon.
Prinz Thomas Lorenz hatte die Kontakte zu seiner alten Heimat spielen lassen und in „seiner“ Amtszeit für einen Gardentausch geworben. So fuhren die mittlere und die große Garde der RKG in die Domstadt, im Gegenzug kam gestern die große Ehrentanz-Garde der Sülz-Klettenberger Karnevalsgesellschaft hierher. „Das ist meine Heimatgesellschaft in Köln“, sagte der Prinz glücklich über den 22 Teilnehmer starken Auftritt, bei dem etliche Herren zeigten, das Gardentanz keine Frauensache ist. Erste Kontakte zwischen den Karnevalisten der Städte hatte es beim „Rhein in Flammen“ gegeben, erstmals mit dem Dreigestirn bei der RKG kam jetzt auch der Austausch.
11 und 22 Jahre dabei
Unter den vielen Ordensverleihungen in dieser Session sind die närrischen Orden die wichtigsten: Für elf Jahre RKG-Treue konnten sich Martina Bisterfeld, Hannelore Möthe und Walter Hurschmann gestern als erste Mitglieder geehrt fühlen. Außerdem elf Jahre dabei: Detlef Grass, Karin Antrecht, Annette Herbst, Ina Lange-Buscher; und 22 Jahre: Gerhard Scharr.
Auftritt vor der Proklamation
Obwohl Bauer Stefan Zirngibl, Jungfrau Jörgine Weber sowie der Prinz noch gar nicht im Amt sind, hatten sie schon ihren ersten offiziellen Auftritt. Sie absolvierten den traditionellen Besuch in Moorrege, bei Karnevalisten nördlich von Hamburg. „Das ist soweit weg, das fällt hier gar nicht auf“, sagte RKG-Präsident Lothar Betz augenzwinkernd zu der noch ausstehenden Proklamation in Radevormwald.
Beim Dreigestirn hatte dieser Probelauf im Amt jedoch erste kleine Spuren hinterlassen. Das Trio musste nach kurzer Nacht bereits vor 7 Uhr die Heimreise antreten, um rechtzeitig zum Karnevalsauftakt in der Bergstadt zu sein. Müde sei man dennoch nicht, versicherte der Prinz nachdrücklich. Erschöpfung sei erst an Aschermittwoch gestattet. Bis dahin gibt es nur wenige Pausen, wie Lothar Betz betonte, auch, „weil die Session in diesem Jahr so kurz ist“. Er selbst absolviert noch zwei Termine in dieser Woche, bevor kommenden Samstag die offizielle Proklamation des Dreigestirns erfolgt.
Dann gibt es erstmals das offizielle Kostüm zu sehen, denn gestern erschien Jörgine im royal-blauen und Bauer Stefan im grünen Frack. „Wir wollten ein wenig Farbe in den Karneval bringen“, sagte Jörgine, der weiterhin das Geheimnis seiner Kleiderordnung hütet. „Zeitgemäß wäre ein Mini“, orakelte er.
Zeitgemäß findet Präsident Betz das Dreigestirn, statt eines Prinzenpaars. „Ich habe vor einigen Jahren schon diesen Vorschlag gemacht“, sagte er. Ein Dreigestirn habe den Vorteil, dass die Kosten auf mehrere Schultern verteilt werden können.
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