Radevormwald: „EG Wohnung“ gegen Diebe
VON NORBERT BANGERT - zuletzt aktualisiert: 02.03.2007Radevormwald (RPO). Der Wohnungseinbruch wird von vielen Menschen als besonders belastende Situation empfunden. Für 2006 meldet die Kreispolizeibehörde steigende Zahlen in diesem Bereich. Nun werden die Behörden aktiv.
„Die steigende Zahl von Wohnungseinbrüchen macht uns Sorgen. Daher werden wir dieses Thema als Schwerpunkt der zukünftigen Polizeiarbeit betrachten“: Das kündigte Landrat Hagen Jobi in dieser Woche bei der Pressekonferenz zur Kriminalitätsstatistik 2006 in Gummersbach an. Hintergrund: Die Statistiker der Kreispolizeibehörde registrierten für Oberberg im Jahr 2006 genau 344 Fälle. Das sind 37 mehr als noch im Jahr zuvor.
Die Anzahl der Diebstähle aus Wohnungen insgesamt ist absolut gesehen noch höher. Die Zahl für 2006 beträgt 439. Hinzugerechnet werden in diesem Fall auch angezeigte Delikte, die „ohne erschwerende Umstände“ begangen worden sind. Mit anderen Worten: Der Dieb musste keine Gewalt anwenden, also keine Balkontür oder ein Fenster aushebeln, um in die Wohnung zu kommen und dort Beute zu machen.
Mehr Straftaten als 2005
Allein aus Radevormwald wurden der Polizei im vorigen Jahr 21 Diebstähle aus Wohnungen gemeldet, vier mehr als 2005. Im Jahr 2004 wurden 36 Fällen registriert. Besonders markant war kreisweit die Zunahme der Einbrüche, die tagsüber begangen werden: Die Zahl stieg um 33 Prozent. „Täter bevorzugen nach wie vor tagsüber – und gehäuft in den frühen Abendstunden – die Abwesenheit von Wohnungsinhabern, um gezielt Beute zu machen“, heißt es in dem aktuellen Bericht der Kreispolizeibehörde.
Zwei Möglichkeiten der Vorbeugung empfiehlt die Kriminalpolizei: Den Einbau von technischen Sicherungen – und die Aufmerksamkeit der Nachbarn.
Vor dem Hintergrund der negativen Entwicklung hat die Polizei im Oberbergischen eine spezielle Ermittlungsgruppe mit Namen „EG Wohnung“ gebildet. Sie soll sich neben Wohnungseinbrüchen auch gezielt um Geschäftseinbrüche kümmern. Unter anderem erwartet die Behörde durch eine zentrale Bearbeitung eine größere Effektivität. Der Sprecher der Kreispolizeibehörde, Ernst Seeberger, spricht zudem von einer „Verzahnung mit anderen Abteilungen oder dem Kommissariat vor Ort, so dass eine reibungslose Kommunikation gewährleistet ist“.
Im Zusammenhang mit der vollständigen Erfassung der Delikte richtet Landrat Hagen Jobi einen Appell an die Bevölkerung allgemein und an die Opfer von Einbrüchen im Speziellen: „Meldet Euch!“, machte er klar. Hintergrund: Eine ganze Reihe von Geschädigten zeigt einen Diebstahl aus der Wohnung gar nicht erst an. Bei anderen Straftaten wird von potenziellen Zeugen lieber weggeschaut, als sich an die Polizei zu wenden. Aber: Was nicht bekannt wird, kann auch nicht aufgeklärt werden.
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