Radevormwald: Behelfsbrücke schwebt ein
VON ANTJE DAHLHAUS - zuletzt aktualisiert: 06.09.2010Radevormwald (RPO). Für das neue Auslieferungslager der Firma Aldi an der B 229 in Feldmannshaus müssen riesige Erdmassen transportiert werden. Bis spät in die Nacht wurde von Samstag auf Sonntag zwischen Grüne und Eich gearbeitet.
Als am Samstag um 22 Uhr die B 229 gesperrt ist, wird die Bundesstraße vor allem von einem gewaltigen Kran dominiert. Auf zwei Schwerlasttransportern lagern die Kontergewichte für den Kran, die nach und nach montiert werden. Sonst tut sich zur Enttäuschung der 30 Schaulustigen noch nichts. Auch Hartmut Behrensmeier und Jürgen Schreiber sind auf der Baustelle erschienen, "aus Interesse, wie so was abläuft", sagt Behrensmeier.
Genehmigung zurückgezogen
Gegen 22.30 sollen die 22 Meter langen und vier Meter breiten Brückenteile angeliefert werden – so der Zeitplan im Vorfeld. "Daraus wird nichts", bedauert Ingo Ringewald, Ingenieur bei der Lothar Beeck Stahlbetonbau GmbH mit Sitz in Mönchengladbach. Er erhielt die Nachricht, dass die vorher über den Kölner Ring genehmigte Route für die Schwerlasttransporte zurückgezogen wurde. "Jetzt nehmen die Fahrzeuge eine Route durchs Ruhrgebiet, das dauert länger". Eine halbe Stunde Verzögerung Minimum schätzt er. Am Ende wird es 23.30 Uhr, bis die Fahrzeuge die Baustelle erreichen. Bauleiter Christian Thomas wartet geduldig. "Das ist unsere erste Brücke", sagt er.
4,50 Meter hoch
Die Brücke über die B 229 zwischen Grafweg und der Ortschaft Eich steht. Heute erfolgen noch Erdarbeiten. Dann werden Rampen erstellt, letzte Schweißarbeiten erledigt. 4,50 Meter hoch ist das Bauwerk, das für die Erdarbeiten des neuen Aldi-Zentrallagers in Feldmannshaus nötig ist.
Sein Unternehmen ist eigentlich auf Erdbewegungen und Abbruch spezialisiert. Deshalb hat er seine Kamera im Gepäck, um die Arbeiten zu dokumentieren. "30 000 Lkw-Touren werden über die Brücke gehen, das sind 300 000 Kubikmeter Erde", sagt er. 15 Fußballfelder könnte man mit diesen Erdmassen anlegen. Diese Massen sind auch der Grund für die Brücke, ohne die der Verkehr auf der vielbefahrenen Straße zum Erliegen käme. "Abgerissen haben wir Brücken schon", sagt er. Ein Aufbau, den das Bauunternehmen aus Mönchengladbach übernommen hat, ist Neuland.
Für Ringewald ist der Auftrag Routine. "Wir haben in dieser Woche fünf Brücken gebaut", sagt er. Seine eigentliche Arbeit beginnt um 23.30 Uhr, als die 22 Tonnen schweren Bauteile endlich da sind. Die Gäste, die ausgeharrt haben, müssen die Baustelle verlassen. Nicht alle geben die Logenplätze gern auf. Auch viele Verkehrsteilnehmer versuchen, trotz Absperrung ab Grüne, doch noch einen Weg durch die Baustelle zu finden. Vergebens.
Ein bisschen wie Lego
Zügig beginnt um 23.45 Uhr das Abladen, um 1.30 Uhr ist die Brücke fertig. Christian Thomas macht um 2 Uhr Feierabend, für die anderen sieben Beteiligten ist der noch nicht in Sicht. Doch die Hauptarbeit ist getan. "Das ist ein bisschen wie Lego", sagt Ringewald. Da gehe das Zusammenklicken der Teile auch recht schnell.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



