Radevormwald: Berührt und beschwingt
VON SIGRID HEDDERICH - zuletzt aktualisiert: 07.04.2008Radevormwald (RPO). Der Männergesangsverein Hahnenberg und seine Gäste brillierten am Samstagabend beim Frühjahrskonzert in der Grundschule Stadt. Das Publikum kam auf seine Kosten.
Lange hatten die Mitglieder MGV Hahnenberg über einen Titel ihres Frühjahrskonzertes nachgedacht. Noch im Februar meinte Vorsitzender Rainer Bornewasser: „Wir haben noch etwas Zeit, einen schönen Namen fürs Konzert zu finden.“ Für Samstagabend schließlich hatten sich die Sänger den Satz „Keiner singt gern allein. . . “ auf die Fahne geschrieben. Und alleine brauchten sie auch nicht ihre geschulten Stimmen zu erheben. Es waren Gäste hinzugekommen, die den Männerchor musikalisch unterstützten. Das Kammerorchester der Musikschule erwies sich als absolute Bereicherung des Konzerts, das ohnehin schon von der Programmstruktur her als anspruchsvoll eingestuft werden konnte.
Termine 2008
Der MGV Hahnenberg wird am 12. Mai bei gutem Wetter in der Hälverschen Mark beim Pfingstsingen zu hören sein. Am 8. Juni singt der Chor im Sportlerheim Schwenke in Halver, am 3. August beim Sängerfest in der Gartenanlage Martfeld in Schwelm. In Radevormwald ist der Chor dann wieder am 30. August beim Waffelessen der Hobby-Singers im Vereinsheim Hahnenberg, zu hören.
„Wir haben für unser neues Programm sehr lange geprobt und freuen uns, es nun endlich der Öffentlichkeit vorstellen zu können“, berichtete Bornewasser. Im Vorfeld waren sich die Sänger einig: Werke aus der gehobenen Klassik wie auch Lieder aus der bunten Schlagerwelt sollten das Frühlingskonzert bestimmen. Der erste Teil war der Klassik gewidmet. Vor rund 170 Zuhörern verwandelten sich die Sänger ausnahmslos in Schmiedegesellen. Mit der bekannten Melodie aus der Oper „Der Waffenschmied“ von Albert Lortzing begrüßte der Gastgeber das Publikum.
Gleich danach betraten die Musiker des Kammerorchesters der Musikschule die Bühne. Unter der Leitung von Zsuzsanna Schäffer spielte das Orchester das „Concerto in F-Dur“ von Guiseppe Sammartini. Hierbei stach Sina Windgassen als Solistin auf der Flöte besonders hervor. Bei einer späteren Darbietung des Kammerorchesters war es Da Yong Zhang, der dem Concerto vom Alessandro Marcello auf der Oboe die besondere Note gab.
Feine akustische „Sahnebonbons“ hatte sich der MGV Hahnenberg für einen weiteren Auftritt ausgesucht. Von Franz Schubert waren die Stücke „Die Nacht“, „Abendfrieden“ sowie „Im Abendrot“ zu hören. Spätestens hier durfte sich eine heimliche Welle der Berührtheit bei den Zuhörern breit gemacht haben. Schwere Musik, wie Fragmente aus Goethes „Harzreise im Winter“, vertont von Johannes Brahms“, war die Krönung des ersten Teils. Hier verlieh Frauke Mahlerwein mit ihrer Altstimme dem Werk eine wohlklingende Schwermut.
Der zweite Teil des Konzertes erwies sich als beschwingt. Bekannte Schlager wie „Wunder gibt es immer wieder“ (Katja Ebstein) oder „Solange man Träume noch leben kann“ (Münchner Freiheit) sang die Chorgemeinschaft mit überzeugender Fröhlichkeit. In Erinnerung an ihrem verstorbenen Sanges- bruder Hans Kämper sang der MGV Hahnenberg dessen getextete Lied „Lob des Liedes“. Mit dem Lied „Wenn die Sänger geh‘n“ verabschiedete sich der Männergesangsverein Hahnenberg dann von einem zufriedenen Publikum.
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