Radevormwald: "Die Helfer haben Mut bewiesen"
zuletzt aktualisiert: 24.09.2009 - 10:48Radevormwald (RPO). Ein Bus stürzt 20 Meter in die Tiefe - fünf Menschen sterben, sieben weitere werden verletzt. Das Busunglück in Radevormwald hat am Dienstag viele Menschen schockiert. Für Ersthelfer und Angehörige ist es schwierig, mit solch einer Situation umzugehen. Hilfe bieten die Notfallseelsorger, die auch am Dienstag nach dem Busunglück im Einsatz waren.
Vor Ort hatten sich schnell insgesamt elf Notfallseelsorger eingefunden, die sich um die Angehörigen und Ersthelfer kümmerten. Die zwei Pfarrerinnen Maria Kluge und Manuela Melzer sowie ihr Kollege Jürgen Buttchereyt von der Lutherischen Kirchengemeinde standen an der Wuppertalstraße und halfen, wo sie gebraucht wurden.
"Schnell Beistand leisten"
Einige Personen sind froh, wenn sie noch einmal über die Geschehnisse sprechen können, andere brauchen vielleicht einfach nur eine Schulter zum Anlehnen. Jeder einzelne verarbeitet das Geschehene unterschiedlich. „Wir haben uns verteilt“, sagte Manuela Melzer, „so dass wir - sollten Angehörige zur Unfallstelle kommen - schnell Beistand leisten können.“
Besonderer Dank galt am Dienstag vor allem den vielen Ersthelfern, die teilweise aus ihren Wohnungen und aus dem angrenzenden Discounter zur Unglücksstelle geeilt waren, um Erste Hilfe zu leisten. Sie kletterten die Böschung hinunter, suchten im und um den Bus herum nach Personen und halfen Verletzten.
"Die Helfer haben Mut bewiesen"
Landesinnenminister Ingo Wolf, der gegen 16 Uhr zur Unfallstelle kam, Landrat Hagen Jobi und Bürgermeister Dr. Josef Korsten würdigten die Arbeit der Helfer. Auch die Feuerwehr lobte die Ersthelfer am Unfallort. Diese hätten kompetent und besonnen reagiert. „Sie haben Mut bewiesen“, sagte ein Feuerwehrmann, der zu den Ersten am Unfallort gehörte, weil er in der Nähe arbeitet und nach der Alarmierung unmittelbar zum Unfallort geeilt war.
Bürgermeister Korsten war ebenfalls schnell zum Unfallort gefahren, als er von den Ausmaßen des Unfalls hörte. „Das ist bedrückend und ein Schock zugleich. Ich habe versucht, als Bürgermeister vor Ort moralische Unterstützung zu geben“, sagte Korsten. Die Stadt werde ein paar Tage brauchen, um die Ereignisse zu verarbeiten.
Wolf sprach den Hinterbliebenden sein tiefstes Beileid aus „Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen. Es bedrückt alle, wenn so viele Menschen zu Schaden kommen“, sagte der Landesinnenminister. Er habe die Hoffnung, dass allen, so weit es gehe, schnell geholfen werden könne. Hervor hob Wolf zudem die gute Zusammenarbeit der Rettungskräfte aus den verschiedenen Städten. Diese hätten „unter schwierigsten Bedingungen mit großer Motivation gearbeitet.“
Notfalleinsatzplan der Bahn AG
Auf einer Pressekonferenz wurde später im Bürgerhaus berichtet, dass den Angehörigen die Todesnachricht von Mitarbeitern der Deutsche Bahn AG überbracht wurde. „Die Mitarbeiter sind geschult und arbeiten nach einem Notfalleinsatzplan“, sagte Korsten. Sie übernahmen diese Aufgabe, weil die Busse dieser Linie im Auftrag der Deutsche Bahn AG verkehren. Gegen 16.45 Uhr waren die Verstorbenen mit mehreren Leichenwagen abgeholt worden.
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