Radevormwald: Die Lust für Chemie wecken
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 20.01.2011Radevormwald (RPO). Zum ersten Mal hat sich die städtische Realschule am landesweiten Wettbewerb "Chemie entdecken" beteiligt. 19 Schüler der Klasse zehn erhielten gestern die Urkunden für ihre erfolgreiche Teilnahme.
Künftig wird in den Chemieräumen der städtischen Realschule mehr experimentiert. "Wir wollen, dass sich die Schüler stärker für das Fach interessieren und Spaß am Unterricht haben", sagt Chemielehrer Dr. Axel Michalides. Regelmäßig gab's auch bislang schon chemische Versuche, erstmals nahmen die drei zehnten Klassen der Realschule mit 92 Schülern jetzt aber am landesweiten Experimentalwettbewerb für die Sekundarstufe I "Chemie entdecken" teil.
Im Mittelpunkt stehen dabei chemische Experimente, die mit einfachen Mitteln zu Hause durchgeführt werden können. 19 Schüler erhielten gestern ihre Urkunden für eine erfolgreiche Teilnahme.
Der Wettbewerb
Arbeitsgruppe Veranstaltet wird der Chemie-Wettbewerb durch eine Lehrer-Arbeitsgruppe innerhalb des "Kölner Modell" – einem Arbeitskreis aus Lehrern, Vertretern der Uni Köln und der chemischen Industrie, unterstützt durch den Fonds der chemischen Industrie und durch weitere Förderer.
Teilnehmer An dem aktuellen Wettbewerb nahmen 5800 Schüler aus ganz NRW teil.
Farben zeigen Säuregrad an
Zum Pressegespräch hatten die Schüler ihre Hilfsmittel aufgebaut: Essig, Zitronensäure, Gummibärchen, Rotkohlsaft und Backpulver. "Mit Rotkohlsaft können sie feststellen, wie sauer eine Lösung ist", sagte Michalides. Unterschiedliche Farben zeigen den Säuregrad an – gelb heißt wenig Säure, rot bedeutet viel Säure. Waschmittel ist alkalisch – also das Gegenteil von sauer und verfärbt sich blau. "Die Schüler sollen erkennen, welch' große Rolle Chemie in ihrem Alltag spielt", sagt der Chemielehrer.
Spannend und interessant fanden das die meisten. "Es war erstaunlich, wie sich die Lösungen wie bei einem Regenbogen von gelb bis dunkelblau verfärbten", sagte Tamara Carufano. In einem Versuch stand ein Gummibärchen im Mittelpunkt. Es lag auf einem Teller und wurde mit Wasser und Rotkohlsaft getränkt. "An den Stellen, an denen es sich auflöst, wird es sauer", sagte Michalides. Er will Experimente künftig generell in den Lehrplan der Klasse zehn einbinden. "Da wir Chemie ab sofort in Klasse acht und dann erst wieder in Klasse zehn anbieten, eignen sich solche Experimente bestens für einen Wiedereinstieg", sagte er.
Warum Chemie bei den meisten Schülern als Unterrichtsfach nicht sehr beliebt ist, liege daran, dass viele Schüler Angst vor Chemie haben. "Für viele sind Formeln zu theoretisch, deshalb setzen wir auf alltagstaugliche Versuche", sagte Michalides. Der zweite Konrektor Claus Peter Wirth sieht sich mit der Realschule auf einem guten Weg hin zur "MINT-Schule", die sich besonders um Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik kümmert. "Wir wollen das Tempo forcieren und zunächst den naturwissenschaftlichen Unterricht fördern", kündigte er an. Ihm schwebe vor, mit Eltern, Lehrern, Schülern und Wirtschaftsvertretern eine Art Beirat für die MINT-Fächer zu bilden, der die Entwicklung an der Realschule vorantreiben soll. Andreas Döbler, Ausbildungsleiter bei Kuhn Edelstahl, habe bereits zugesagt.
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