Radevormwald: Erfolgreiche Polizeiarbeit
VON STEPHAN BÜLLESBACH - zuletzt aktualisiert: 26.03.2009Radevormwald (RPO). Die Menschen in Oberberg leben sicher: Der Kreis ist der zweitsicherste in ganz NRW – so das Ergebnis der Kriminalitätsstatistik 2008 der Polizei. In Rade wurde im vorigen Jahr eine Einbruchserie an Autos aufgedeckt.
Landrat Hagen Jobi musste gestern bei der Präsentation der Kriminalitätsstatistik zugeben, "dass wir damit kein genaues Spiegelbild der Wirklichkeit haben". Schließlich seien nicht alle Straftaten polizeilich bekannt und die Bereitschaft, eine solche anzuzeigen, auch nicht immer sonderlich groß. "Doch die Statistik ist eine Annäherung an die Wirklichkeit", versicherte Oberbergs Polizeichef. Und das helfe dabei, bestimmte Erkenntnisse im Kampf gegen die verschiedenen Formen der Kriminalität zu gewinnen. Immerhin konnte Jobi einen Rückgang bei den Fallzahlen vorweisen: Die erfassten Straftaten lagen 2008 mit 12 947 um 875 oder 6,33 Prozent niedriger als im Jahr zuvor. Hochgerechnet auf 100 000 Einwohner waren das 4528 – ganz NRW kommt auf 8075! Die Aufklärungsquote betrug 58,5 Prozent.
45 Autoaufbrüche in Bergerhof
Wie die Polizei arbeitet, und das auch noch erfolgreich, machte Kriminalhauptkommissar Friedbert Müller an einem Beispiel aus Radevormwald deutlich. Der Leiter der Gemeinsamen Einsatztruppe bei der Kreispolizeibehörde schilderte, wie die Kollegen im Frühjahr eine Serie von 45 Autoaufbrüchen in Bergerhof aufdeckten. "Es war auffällig, dass die Autoaufbrüche plötzlich anstiegen und dabei auf Bergerhof begrenzt waren", berichtete Müller. Diese Situation hätten die Beamten frühzeitig erkannt und sich intensiv damit beschäftigt.
Zunächst legte die Polizei ihr Hauptaugenmerk auf die Beute, um ein Täterprofil zu erstellen. "Der Täter hat ausschließlich Bargeld entwendet. Wertsachen wie Schmuck, Laptops oder Navigationsgeräte ließ er in den Autos zurück", erzählte der Kriminalhauptkommissar. Damit war klar, dass der Täter nicht im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität zu suchen war. Denn solche nähmen alles mit, was sich zu Geld machen ließe. In enger Zusammenarbeit mit den Kollegen der Rader Wache wurde herausgefiltert, wie sich der Täter in Bergerhof bewegte. Das stellte die Polizei dadurch fest, in dem sie die Fundorte der weggeworfenen Geldbörsen registrierte. Zudem erkannte sie, dass die Aufbrüche an den Wochenenden und an Montagen geschahen.
Neun Wochen dauerte die polizeiliche Kleinarbeit, ehe ein 53-Jähriger Radevormwalder auf frischer Tat erwischt wurde. "Den Mann gab's eigentlich nicht", erklärte Müller. Denn dieser Mann war nirgendwo registriert – nicht beim Einwohnermeldeamt, beim Sozialamt oder bei einer Krankenkasse. Der Ex-Unternehmer, der nach mehreren Schicksalsschlägen offenbar zum Dieb geworden war, war komplett abgetaucht und hatte sich entweder in Wuppertal oder bei seinem Sohn in Bergerhof aufgehalten. Für die 45 Autoaufbrüche wurde er inzwischen zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt.
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