Radevormwald: Erster Platz fürs Debattieren
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 18.02.2011Radevormwald (RPO). Das Theodor-Heuss-Gymnasium nahm erstmals an einem Wettbewerb teil, der unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht. Unter 100 Schülern schafften es zwei ins Finale der besten Vier. Marius Konrad siegte.
Die Premiere ist gelungen. Erstmals nahm das Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) am Wettbewerb "Jugend debattiert" teil. Gleich im ersten Anlauf holte sich Gymnasiast Marius Konrad (14) den Sieg auf Kreisebene. Er sammelte unter 100 Schülern von acht Schulen aus dem oberbergischen und Kölner Raum die meisten Punkte. Den Erfolg komplettierte Jessica Hertwig (15). Sie zog ebenfalls ins Finale ein und landete auf Platz vier. Die zwei Teilnehmer der Sekundarstufe II verfehlten mit Platz fünf und sieben das Finale.
Marius vertritt das THG am 1. April beim Landesfinale in Oberhausen und hat dort die Chance, ins Bundesfinale einzuziehen. Zuvor darf er an einem dreitägigen Rhetorik-Seminar teilnehmen.
Schriftliche Erörterung erweitert
Am THG hat die ehemalige Referendarin Nicole Pies den Wettbewerb im Zuge ihrer Examensarbeit eingeführt. "Wir wollten mal was Neues versuchen und das Thema der schriftlichen Erörterung im Deutschunterricht um einen mündlichen Aspekt erweitern", sagt Elmar Hachen, Lehrer für Deutsch und Sozialwissenschaften. Mittlerweile wurde "Jugend debattiert" ins Schulprogramm am THG aufgenommen und in das Fach Deutsch integriert.
Bevor Marius und Jessica zum Wettbewerb fuhren, hatten sie sich intensiv mit den Regeln beschäftigt. "Wir haben das Debattieren richtig gelernt", sagt Marius. Nach einem internen Schulfinale qualifizierten sich die jeweils besten zwei Schüler aus der Sekundarstufe I und II für den Kreiswettbewerb. Zehn Tage vorher bekamen die Teilnehmer die Fragen zugeschickt: In der Vorrunde ging es um die Themen "Soll die private Haltung von gefährlichen Wildtieren verboten werden?" und "Sollen nicht gemacht Hausaufgaben nach dem Unterricht in der Schule nachgeholt werden?". Die Finalfrage lautete "Soll in der Fußball-Bundesliga der Video-Beweis eingeführt werden?" Die Schüler mussten im Vorfeld intensiv recherchieren, um Pro und Contra abzuwägen. Erst wenige Minuten vor dem Wettbewerb erfuhren sie, welche Position sie einnehmen sollen.
"Es geht nicht um die eigene Meinung, sondern darum, dass sich die Schüler zum Anwalt einer Position machen", sagt Hachen. Das sorge für mehr Sachlichkeit. Die Jury bewertet nach Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. "Man muss seine Meinung vertreten und lernen, flüssig zu sprechen", sagt Marius Konrad. Der Jury gehe es nicht um die inhaltliche Position, sondern die Vielfalt der Aspekte.
THG-Schulleiter Matthias Fischbach-Städing ist beeindruckt. "Dieser Wettbewerb bereitet gut auf den Unterricht in der Oberstufe vor", sagt er. Die Schüler könnten sich öffnen und mehr kennenlernen als nur den Unterricht. "Und für uns Lehrer ist so ein Wettbewerb auch wichtig, zur Förderung der allgemeine Kompetenz der Schüler", sagt Elmar Hachen.
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