Radevormwald: Fasten – aber wie?
zuletzt aktualisiert: 08.02.2010Radevormwald (RPO). In dieser Woche laufen die Karnevalisten zur Höchstform auf. Doch am Aschermittwoch ist schon wieder alles vorbei. Dann beginnt die Fastenzeit. Die lutherische Kirchengemeinde beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder an "7-Wochen-ohne" – eine Fasten- und Passionsaktion der evangelischen Kirche. Pfarrerin Manuela Melzer möchte mit vielen Gemeinegliedern zusammen fasten und lädt deshalb für Mittwoch, 17. Februar, 20 Uhr, zum ersten Treffen im Wartburghaus ein.
Frau Melzer, wie viele Personen haben sich schon angemeldet?
Melzer Bislang liegen mir 22 Anmeldungen vor – 19 Frauen und drei Männer. Es können sich gerne noch weitere Interessenten melden, denn ich habe schon im Vorfeld einige Fastenkalender mehr bestellt, und ich könnte auch noch welche nachbestellen.
Wie sieht die Altersstruktur aus?
Melzer Die ist bunt gemischt. Ab 35 Jahre aufwärts ist alles vertreten.
Was sind ihre Hauptziele?
Melzer Wir wollen über das eigene Verhalten nachdenken. Wir wollen sehen, wie sich das anfühlt, wenn man ausprobiert, was wegzulassen.
Bezieht sich die Aktion denn nur aufs Essverhalten?
Melzer Nein, wir beleuchten auch den Fernsehkonsum, das Autofahren und wie oft wir vor dem Computer sitzen und spielen. Jeder in der Gruppe hat sein Ziel, das er beim ersten Treffen vorstellt.
Worauf wollen die Menschen verzichten?
Melzer Oft sind es Süßigkeiten und Alkohol. Die Menschen wollen gesünder leben, bewusster essen, mehr Esskultur entwickeln. Andere verzichten auch auf Fleisch.
Sie verzeichnen einen deutlichen Frauenüberschuss?
Melzer (lacht) In der Tat. Es sind deutlich mehr Frauen als Männer. Die Frauen scheinen sich mehr Gedanken zu machen, was sie tun oder lassen.
Wie ist das mit dem Durchhalten?
Melzer Für jeden ist es eine Motivation, dass da noch andere in der Gruppe sind, die sich auch bemühen, durchzuhalten. Man erzählt über seine Erfahrungen, über das, wo es vielleicht hakt, und wir lachen viel miteinander über die Tücken des Alltags. Wir sind nicht völlig verbiestert, sondern eine fröhliche Runde. Ich finde es schon gut, wenn sich Menschen auf den Weg machen. Da darf es ruhig auch mal stocken. Das ist menschlich.
Es geht Ihnen auch um die Andacht?
Melzer Richtig. Wir wollen uns gedanklich auf Ostern vorbereiten, weg von der rein körperlichen Ebene hin zum geistlichen Aspekt.
Und worauf verzichten Sie in der Fastenzeit ganz bewusst?
Melzer Ich habe noch nie versucht, auf Kaffee zu verzichten. Und da der in letzter Zeit zu viel Raum eingenommen hat, werde ich auf Früchtetee umsteigen. Auch auf Alkohol will ich verzichten und die Süßigkeiten reduzieren.
Das Gespräch führte Joachim Rüttgen
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