Radevormwald: Firmen: Vorsorge statt Impfung
VON HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 06.11.2009Radevormwald (RPO). Mit Hygieneregeln und Desinfektionsmitteln beugen Radevormwalder Unternehmen der Schweinegrippe vor. Das Ansteckungsrisiko soll durch Aufklärung minimiert werden. Innerbetriebliche Impfungen finden aber nicht statt.
Impfärzte in Rade
Dr. Martin Birkenfeld, Dr. Axel Bock-Dörner und Dr. Klaus-Dieter Kohtz (alle Wiesenstraße 13a, Tel. 02195 928720). Dr. Karsten Fleck und Thomas Osenberg, beide Kaiserstraße 112-114, Tel. 02195 8061 und Tel. 02195 8062. Dr. Wolfgang Lohmann, Keilbecker Straße 39, Tel. 02191 665588. Dr. Reinhard Maienberg, Keilbecker Straße 64, Tel. 02191 668373. Dr. Claus Pritzel, Markt 8, Tel. 02195 4828. Thomas Splittgerber, Elberfelder Straße 126, Tel. 02195 2202. Dr. Johann van Stappen, Keilbecker Straße 55, Tel. 02191 63284. Dr. Marion Zimmermann-Hall, Kaiserstraße 166/Praxis an der Bahnmeisterei, Tel. 02195 8562.
Die Schweinegrippe ist in vielen Radevormwalder Unternehmen ein Thema. "Schon seit Mitte des Jahres beschäftigen wir uns intensiv damit", sagt Martin Brochhaus, Personalleiter bei Gira, Radevormwalds größtem Arbeitgeber. Die Firma kooperiert mit dem Betriebsarztzentrum Remscheid, ließ sich von dort mit Informationen versorgen. "Wir haben dann eigene Hinweisblätter erstellt, um die Hygieneempfehlungen weiter zu geben", erläutert Brochhaus.
Derzeit laufe im Haus die freiwillige Impfung gegen die "normale" Grippe, ein weiter reichendes Angebot hinsichtlich der Schweinegrippe sei nicht geplant. Aber es gebe Überlegungen für den Ernstfall: "Sollten wichtige Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt werden, können sie auch von zu Hause aus arbeiten", sagt der Personalleiter. Eine entsprechende Technik sei gerade erst eingebaut worden. "Es geht darum, bei einer hohen Ausfallquote den Betrieb aufrecht erhalten zu können", sagt Brochhaus.
Pandemie soll Chefsache sein
Zu Hilfe nahm seine Abteilung die Empfehlungen des Landesministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales.
Dessen Experten haben eine betriebliche Pandemieplanung herausgegeben, mit Hinweisen für vorbereitende Maßnahmen. Unter anderem schlägt das Ministerium vor, mögliche Auswirkungen der Schweinegrippe zu analysieren und alternative Betriebsabläufe zu erarbeiten, um sicherzustellen, dass auch ein massives Auftreten der Schweinegrippe nicht die Existenz des Unternehmens bedroht. "Erklären Sie die Pandemieplanung zur Chefsache", fordert das Ministerium.
So weit ist es in Radevormwald noch nicht. Hier sind es meist die Personalverantwortlichen oder Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die sich mit dem Thema auseinandersetzen.
Bei manchen Chefs herrscht auch Skepsis – zum Beispiel bei Peter Fischer, Geschäftsführer der Fischer GmbH. "Impfempfehlungen sprechen wir keine aus", sagt er. Nicht nur, weil Gesundheit Privatsache sei, sondern auch, weil die starken Nebenwirkungen der Impfung zu Krankheitsfällen führen können: "Gerade erst hat mir ein Vertreter abgesagt, weil er nach seiner Impfung daniederliegt", erzählt Fischer verärgert.
Frank Lessing, Geschäftsführer von Kuhn Edelstahl, setzt auf umfangreiche Aufklärung seiner Mitarbeiter, bindet auch die Betriebsärztin in die Planungen ein. Weil aber das auch für Radevormwald zuständige Betriebsarztzentrum Rem
scheid keine flächendeckende Impfung empfehle, sei eine solche Maßnahme bislang nicht geplant. Wie die anderen Betriebe setzt Kuhn Edelstahl auf vorbeugende Hygienemaßnahmen. Laut Lessing kann eines die Sicherheit am Arbeitsplatz erhöhen: "Wer krank ist, sollte zu Hause zu bleiben", mahnt er. "Nur so kann das Ansteckungsrisiko minimiert werden."
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