Radevormwald: Flammen schlugen meterhoch
VON WOLFGANG SCHOLL UND JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 04.02.2012Radevormwald (RP). Das Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses an der Dahlienstraße brannte gestern am späten Nachmittag in voller Ausdehnung. Die Feuerwehr war mit 75 Einsatzkräften vor Ort. Verletzt wurde niemand. Die Ursache ist unklar.
Dicke, schwarze Rauchschwaden zogen gestern am späten Nachmittag über die Stadt. Um 16.29 Uhr ging der Notruf bei der Feuerwehrleitstelle ein. "Wohnungsbrand an der Dahlienstraße" lautete die Meldung. Vor Ort schlugen den Einsatzkräften meterhohe Flammen aus dem Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses entgegen. Der obere Bereich brannte in voller Ausdehnung. Die Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen der Flammen auf die im Erdgeschoss befindliche Kunststoff-Spritzerei. Ursache für das Großfeuer ist nach Angaben von Feuerwehrchef und Einsatzleiter Wilfried Fischer nach ersten Erkenntnissen ein implodierter Fernseher. Die Bewohner konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Zweiter Dachstuhlbrand
Das Feuer gestern war der zweite größere Brand innerhalb von nur fünf Monaten. Anfang September 2011 waren der Dachstuhl und die obere Etage eines Zweifamilienhauses an der Uelfe-Wuppertal-Straße ausgebrannt – Schaden: etwa 120 000 Euro.
Die Feuerwehrleute bekämpften den Brand von allen Seiten. Erschwert wurde der Einsatz durch die enorme Kälte, denn das Löschwasser gefror sofort zu Eis. "Das Löschwasser, das an der einen Seite hochgespritzt wird, kommt an der anderen Seite als Hagel herunter", sagte ein Feuerwehrwehrmann, dessen Schutzkleidung total vereist war. Zu Beginn der Löscharbeiten waren Temperaturen von etwa zehn Grad minus in den Löschfahrzeugen gemessen worden.
Zwei Drehleitern im Einsatz
Mit mehreren Trupps unter Atemschutz drang die Feuerwehr in das Gebäude ein – zusätzlich zuerst mit einer, später auch mit der zweiten Drehleiter aus Hückeswagen. Von unten spritzte die Feuerwehr mit mehreren Rohren, um den daneben liegenden Gewerbebetrieb vor den Flammen zu schützen. Dieses gelang, berichtete Fischer. Unterdessen betraten mehrere Feuerwehrleute von der Drehleiter aus und vom Inneren des Gebäudes das Restdach und schlugen die Dachziegel ein. So bekämpften sie weitere Glutnester. Zwar konnte ein weiteres Übergreifen der Flammen verhindert werden, Fischer vermutet aber, dass durch gefrorenes Löschwasser Schäden am Mauerwerk und im ersten Obergeschoss entstanden sein könnten.
Im Einsatz waren 75 Kräfte der Löschzüge I (Herbeck und Stadt) und III (Landwehr, Borbeck, Wellringrade und Hahnenberg). Gegen Abend rief die Feuerwehr auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und bat um heiße Getränke für die Einsatzkräfte. Ein großes Problem für die Feuerwehr war die enorme Rutschgefahr auf dem vereisten Boden. Mit einem Schaufelbagger wurden vom Betriebshof große Mengen Streusalz rangefahren. Für die Feuerwehrleute war es ein Problem, dass die Schläuche auf dem gefrorenen Löschwasser festklebten. Feuerwehrmann Jürgen Fischer erinnerte sich an einen ähnlichen Dachstuhlbrand in Remscheid vor zwei Tagen, wo er als Berufsfeuerwehrmann im Einsatz war.
Verletzt wurde bei dem Großbrand gestern niemand. Die Löscharbeiten dauerten bis in den späten Abend hinein. Die Feuerwehrleute konnten sich während des Einsatzes in der Kantine der Firma Gira aufwärmen und wurden dort auch versorgt.
Die Bergische Morgenpost lohnt sich Tag für Tag - jetzt testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



