Radevormwald: Friedhof: Projekte auf Eis gelegt
VON HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 26.11.2009Radevormwald (RPO). Wegen knapper Kassen kann die Stadt in diesem Jahr weder die geplante Urnenwand, noch den Begräbniswald realisieren. Immerhin wurde der Friedhof anlässlich der vielen Trauertage im November besonders gepflegt.
Der Friedhof
Gründung Weil auf den Friedhöfen der Kirchen der Platz knapp wird, beschließt die Stadt 1967, einen Kommunalfriedhof zu errichten. 1970 wird das erste Grab belegt.
Fläche Der Friedhof umfasst 19 Hektar, davon werden derzeit 4,5 Hektar genutzt.
Beerdigungen Rund 70 Beisetzungen finden pro Jahr statt.
Laufzeit Eine Ruhezeit von 30 Jahren ist vorgeschrieben.
Große Pläne hat die Stadt mit dem Kommunalfriedhof: Eine Urnenhalle soll hinter der Kapelle entstehen, im angrenzenden Gelände ein Begräbniswald errichtet werden. Doch momentan liegen die Pläne auf Eis: Schuld ist die Haushaltslage. "Deswegen können wir nicht sagen, wann die Projekte realisiert werden", sagt Hürrem Eski von der Friedhofsverwaltung der Stadt.
Dabei sind die vorbereitenden Arbeiten schon angelaufen: In der ehemaligen Kühlhalle wurde eine Zwischenwand entfernt, geplant ist, hier eine Urnenwand, ein so genanntes "Kolumbarium", aufzubauen. "Die hintere Glaswand muss auch noch weichen, damit ein offener Zugang geschaffen wird", erläutert Eski. Jetzt ist aber erst einmal Baustopp, die Halle wird derzeit gar nicht genutzt.
Immerhin wurde jüngst die dringend nötige Dachsanierung abgeschlossen, hatte es in der Kapelle doch einen Wasserschaden gegeben. Ein trauriger Überrest von diesem Ereignis ist noch auf der Empore zu sehen: Ein großer brauner Wasserfleck prangt dort auf dem Teppich. Doch für einen neuen Bodenbelag reicht das Geld der Stadt derzeit auch nicht.
Artenreicher Baumbestand
Verwaltungsfachangestellte Hürrem Eski kann da nur mit den Schultern zucken und auf die schönen Seiten des Friedhofs verweisen: Das knapp fünf Hektar große Gelände verfügt über einen artenreichen Baumbestand, die parkähnliche Anlage ist schön gelegen, Besucher können einen weiten Blick in Richtung Leimholer Mühle ins Tal schweifen lassen. Viele Gräber sind liebevoll gepflegt.
Allerdings gehe der Trend weg von Einzelgräbern, sagt Eski: "Urnengräber werden immer beliebter", erzählt die Friedhofsverwalterin. Denn bei dieser Bestattungsform sei die Grabpflege weniger intensiv.
Die Gräber werden mit gravierten Steinplatten abgedeckt, als Schmuck reicht dann eine Kerze oder eine Topfpflanze. "Viele Angehörige schaffen es nicht, die Gräber regelmäßig zu pflegen", berichtet Hürrem Eski. Etwa weil die Kinder nicht mehr am Ort wohnen oder weil sie durch ihre Berufstätigkeit zu sehr einspannt sind. "Urnengräber sind da eine würdige Alternative zu den Einzelgräbern" findet Eski.
Die Idee, die Asche der Verstorbenen auf einer Wiese zu verstreuen, kam bei den Radevormwaldern dagegen nicht so gut an. Dabei hatten die Friedhofsmitarbeiter am Rand des Friedhofs extra eine eigene Fläche dafür geschaffen, eine von Hecken umspannte Wiese.
"Doch die Anfragen nach Ascheverstreuung war gleich null", erzählt Hürrem Eski. Dafür fragten viele Bürger nach dem Begräbniswald. Hier wären Bestattungen unter Bäumen möglich, beigesetzt würden verrottbare Urnen. Doch diese Interessenten muss Eski vertrösten: Zwar gibt es genaue Planungen für den Begräbniswald, auf einer internen Karte der Stadt ist er schon verzeichnet. Aber wann das Geld fließen kann, ist noch offen.
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