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Radevormwald: Große Pläne fürs Wiebachtal

VON HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 18.11.2009

Radevormwald (RPO). Die IG Wiebachtal wird eine Genossenschaft gründen. Die wiederum soll das Wiebachtal kaufen. Allerdings ist der Kaufpreis sehr hoch: 650 000 Euro verlangt der belgische Besitzer für sein 90 Hektar großes Grundstück.

Der Landkauf könnte dem Naturschutz dienen. Allerdings stellt die IG Wiebachtal klar: Auch eine Genossenschaft muss die Fläche bewirtschaften. Foto: RPO

Die Interessengemeinschaft Wiebachtal hat sich ein neues, ehrgeiziges Ziel gesteckt: Der Kauf des Naturschutzgebiets Wiebachtal. Seit dem Jahr 2006 gehört die Fläche einem belgischen Holzhändler.

Der nahm es mit dem Naturschutz nicht so genau, seine Arbeiter pflügten mit ihren Sattelschleppern und Baggern ohne Rücksicht auf Bäume und Pflanzen durchs Gelände. "Durch unser Engagement hat sich aber vieles gebessert", sagt Dr. Wilfried Pesch, Vorsitzender der IG Wiebachtal. Trotzdem ist er überzeugt: Dass die 90 Hektar große Fläche zum Verkauf stehe, sei eine große Chance.

"Illusorisch und unakzeptabel"

Problematisch ist der Preis: Stolze 650 000 Euro fordert der Besitzer für sein Land. "Illusorisch und unakzeptabel", nennt Pesch diese Zahl. Er glaubt aber, dass Verhandlungsspielraum vorhanden ist. Deswegen hat er mit verschiedenen Banken erste Gespräche geführt. Peschs Idee: Der Landkauf soll über eine Genossenschaft finanziert werden.

Info

Das Wiebachtal

Lage Das Naturschutzgebiet liegt an der Stadtgrenze von Radevormwald und Hückeswagen.

Besitz Das Wiebachtal gehörte dem Land NRW, bis es 2006 an den belgischen Holzhändler Guido Schneider verkauft wurde.

IG Wiebachtal wurde im Mai 2009 gegründet, weil die Holzernte schwere Schäden verursacht hatte. Dagegen wollten sich die Bürger wehren.

www.ig-wiebachtal.de

Die Gründung einer solchen Kooperative hat die IG Wiebachtal bereits beschlossen, ein Geschäftsplan liegt auch schon vor. Die Genossenschaft würde das Wiebachtal erwerben und Anteile am Besitz ausgeben – "eine sichere Geldanlage" meint Pesch.

Allerdings müssten sich private Geldgeber finden, die bereit sind, vierstellige Summen ins Projekt zu investieren. Sicherheiten und Zwischenfinanzierung übernähme dann eine Bank. Wenn die Finanzierung steht, soll das Wiebachtal gekauft und bewirtschaftet werden. Auch eine kleine Rendite für die Anleger sei möglich, glaubt Pesch.

Die Interessengemeinschaft Wiebachtal hat großen Zulauf in Radevormwald: Knapp 400 Mitglieder zählt der Verein, der Beitritt ist kostenlos. "Das Wiebachtal hat für die Menschen einen hohen emotionalen Wert", sagt Pesch, der begeisterter Wanderer ist. Weil viele Radevormwalder das stadtnahe Erholungsgebiet schätzen, sei die Spendenbereitschaft groß. "Die höchste Einzelspende belief sich auf 300 Euro", berichtet Pesch.

Gerne wandert Dr. Wilfried Pesch durch das Wiebachtal. Dass Bagger die Wege des Naturschutzgebietes zerstören, ärgert ihn. Foto: RPO

Er geht davon aus, dass bei einer Aussicht auf eine sichere Geldanlage, die dem Naturschutz dient, größere Summen fließen könnten. Pesch, der vor seiner Selbstständigkeit als Strategieberater als Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens arbeitete, hat genaue Zukunftsorstellungen: Die IG Wiebachtal soll nach dem Kauf die Bereiche Marketing, Werbung und Tourismus übernehmen. Die Genossenschaft würde sich um die Bewirtschaftung kümmern.

Touristisches Potential nutzen

Ideen hat der 59-Jährige viele. Gerade ist er dabei, die Marke "Wiebachtaler" schützen zu lassen. "Darunter könnten wir heimische Spezialitäten vertreiben, in Zusammenarbeit mit regionalen Händlern", glaubt Pesch.

Auch müsse das touristische Potential des schön gelegenen Tals besser genutzt werden. "Aber das alles können wir nur anpacken, wenn die IG Wiebachtal das Gelände tatsächlich kauft" sagt Pesch, der deshalb seine Ideen energisch weiter vorantreibt.

Quelle: RP

 
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