Radevormwald: Haus Thiele: Betriebsrat soll aufgelöst werden
zuletzt aktualisiert: 27.04.2010Radevormwald (RPO). Überraschung für den Betriebsrat im Alten- und Pflegeheim Haus Thiele: Am Freitag flatterte ein Brief auf den Schreibtisch. Inhalt: Die Haus Thiele GmbH hat einen Antrag auf Auflösung des gesamten Betriebsrates gestellt. Der Antrag wurde beim Arbeitsgericht Wuppertal eingereicht.
Begründung: Ein Betriebsratsmitglied und die Anwältin der Mitarbeitervertretung hätten öffentliche Erklärungen abgegeben und dem Haus Thiele schweren Schaden zugefügt.
Vorwurf der Pflichtverletzung
Rechtsanwalt Dr. Paul-Stefan Freiling aus Frankfurt, der die Interessen der Geschäftsleitung vertritt, bestätigte der BM den Antrag. "Wir sehen es als Pflichtverletzung an, dass der Betriebsrat die Öffentlichkeit eingeschaltet hat, obwohl wir in aller Ruhe eine Mediation anstrebten", sagte er. Freiling betonte, dass niemand im Haus Thiele etwas gegen einen Betriebsrat habe, nur mit dem jetzigen sei eine Zusammenarbeit nicht möglich.
"Es geht ja auch rein rechtlich nicht, keinen Betriebsrat zu installieren", sagte Freiling. Ein solches Gremium könne man nicht einfach abschaffen.
Überrascht von dem Antrag war die Anwältin des Betriebsrates Christel Karin Schwarz-Feuring. "Dieser Antrag soll wohl die Strafe dafür sein, dass ich mit der Presse geredet habe", sagte sie. Die Unterstellung, sie sei mit Auftrag des Betriebsrates an die Öffentlichkeit gegangen, sei falsch. Sie habe niemals im Auftrag des gesamten Betriebsrates gehandelt.
"Ich habe den Eindruck, dass die Gegenseite etwas völlig anderes unter Mediation versteht als wir", sagte die Anwältin. Der Betriebsrat sei der Meinung, dass eine Streitschlichtung keine Einbahnstraße sein dürfe. "Der gegnerische Anwalt agiert ständig, er setzt ständig neue Fakten – und der Betriebsrat soll stillhalten? Das kann wohl nicht sein", meint Schwarz-Feuring. Und dass dieses ganze Verhalten von der Geschäftsleitung forciert und geduldet werde, sei nicht akzeptabel.
Heute Fortsetzung vor Gericht
Heute wird die Kündigungsandrohung für eine Nachtwache vor dem Arbeitsgericht Wuppertal verhandelt. Am 20. Mai geht es weiter mit der Küchenleitung.
Schwarz-Feuring hat unterdessen mit der Heimaufsicht in Gummersbach wegen der von der Gegenseite vorgebrachten schwerwiegenden Vorwürfe gegen die Mitarbeiter gesprochen. "Die haben gesagt, dass es keinen Handlungsbedarf gibt", sagte sie.
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