Radevormwald: Impfungen ab 2. November
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 21.10.2009Radevormwald (RPO). Wer sich vor der Schweinegrippe schützen will, kann sich bei seinem niedergelassenen Arzt impfen lassen. Das Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises empfiehlt diese Maßnahme vor allem chronisch Kranken.
Risikopatienten
Empfehlung Impfen lassen sollten sich nach Ansicht von Dr. Thomas Bauer, Leiter des Ärztlichen Dienstes des Gesundheitsamtes des Oberbergischen Kreises, vor allem Herz- und Lungenkranke, außerdem alle Patienten mit Gelenkerkrankungen und Menschen, die eine Chemotherapie erhalten.
Entwicklung Den Impfstoff getestet haben nach seinen Angaben insgesamt 40 000 Probanden, die die Impfung alle ohne erhebliche Komplikationen überstanden haben. "Er wurde also nicht kurzfristig entwickelt", meint Bauer.
Ab Montag, 2. November, wird auch in Radevormwald gegen die Schweinegrippe geimpft. Das teilte Dr. Thomas Bauer, Leiter des Ärztlichen Dienstes des Gesundheitsamtes des Oberbergischen Kreises, gestern auf BM-Anfrage mit. "Viele niedergelassene Ärzte haben signalisiert, vor allem Risikopatienten mit chronischen Erkrankungen zu impfen", sagte Bauer. Die Teilnahme an der Impfung ist freiwillig.
In den vergangenen Wochen war Bauer fast täglich unterwegs, um in den Gemeinden mit Kollegen über die Impfung zu diskutieren. Überzeugte Impfverweigerer habe er mit sachlichen Argumenten zur Teilnahme überreden können.
120 bis 150 Ärzte in Oberberg beteiligen sich jetzt, "zu Anfang wollten nur etwa 40 mitmachen", sagt Bauer. In Hückeswagen seien die Kollegen sehr kooperativ. Die Begeisterung der Bürger hält sich indes in Grenzen. Nur zehn bis 15 Prozent wollen sich impfen lassen. "Schade", meint Bauer, " denn diese Impfung hat nicht mehr Nebenwirkungen als eine normale Grippeschutzimpfung."
Die Schwächsten der Schwachen
Er halte die Strategie der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Institutes und des Paul-Ehrlich-Institutes, die für Zulassung und Durchführung zuständig sind, für richtig.
"Wir wollen die Schwächsten der Schwachen erreichen, und das geht nur über eine Impfempfehlung", betont Bauer. Trotz der berechtigten Kritik an der Vorgehensweise des Innenministeriums, zwei unterschiedliche Impfstoffe auf den Markt zu bringen, dürfe seiner Ansicht nach der Schutz der Risikopatienten nicht in den Hintergrund treten.
Mittlerweile sind auch alle Altenheime über das Impfprozedere informiert worden, denn alle Bewohner müssen gefragt werden, wer sich impfen lassen will. "Der Impfstoff wird nur in Zehner-Ampullen durch die Gesundheitsämter verteilt. Damit keine verfallen, müssen sich Impfwillige vorher bei ihrem Arzt anmelden", erklärt Bauer.
Für Hilfskräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst aus dem oberbergischen Kreis beginnt die freiwillige Impfaktion am Mittwoch, 28. Oktober. Dann werden die Mitarbeiter an zentralen Stammimpfstellen geimpft. Bauer hält weiter engen Kontakt zu den Ärzten in den Kommunen.
"Wenn sich ein Arzt nicht beteiligt, suchen wir einen neuen Impfarzt in der Stadt, denn zur Teilnahme zwingen können wir keinen Mediziner", sagt Bauer.
Betroffene werden Beteiligte
Vor allem Risikopatienten will er weiter ansprechen und sie von der Impfung überzeugen. "Ich kann die Aufregung und die Verunsicherung wegen des zweiten Impfstoffs gut nachvollziehen, aber es geht um den Schutz von Menschen, die schon schwer krank sind", erklärt Bauer. Er wolle Betroffene zu Beteiligten machen. "Die Bürger sollten sich als Beteiligte erkennen und abwägen, ob für sie eine Impfung in Frage kommt", sagt Bauer.
Hotline Tel. 02261 887766. Mehr zum Thema unter: www.rp-online.de/radevormwald
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