Radevormwald: „Jetzt könnten wir auf Tournee gehen“
zuletzt aktualisiert: 12.07.2008Radevormwald (RPO). König und Königin fühlen sich am Kaffeetisch am wohlsten: Den Kaffee mit viel Zucker, den liebt die Königin besonders. Und der König, der liest lieber Zeitung, wobei er nicht gestört werden will.
Und dann ist da noch die Königstochter, die Bekanntschaft mit einem Frosch macht, der erst zum Prinzen wird, nachdem sie ihn an die Wand geworfen hat. In der Grundschule Wupper führten am Freitag 18 Kinder das Märchen vom Froschkönig vor Freunden, Eltern und Geschwistern auf.
Das Stück war Höhepunkt der Ferienspaßaktion, bei der die Kinder zehn Tage lang unter Anleitung des Theaterpädagogen Thomas Herrmann in der Welt der Märchen zu Hause waren. Gemeinsam wurde geprobt, getanzt und gebastelt, Hörspiele wurden gehört und der Fantasie durfte freier Lauf gelassen werden (die BM berichtete).
„Jetzt ist die Gruppe so gut, dass wir alle auf Tournee gehen könnten“, schwärmt Thomas Hermann von seiner „Rasselbande“. Besonders stolz ist er, dass die Kinder das Stück selbst auf die Beine gestellt haben: Sie haben das Bühnenbild gestaltet, Bilder gemalt und sogar den Part der Jury übernommen, denn die Rollen wurden von den Kindern selbst besetzt.
„Am Anfang wollten alle Jungen den König und niemand wollte den Frosch spielen“, erinnert sich der Theaterpädagoge. Als das Stück dann gemeinsam erarbeitet wurde, waren jedoch alle Haupt- und Nebenrollen schnell vergeben. Freitag Nachmittag war es dann so weit: Vorhang auf, Bühne frei. Zu dem Hörbuch von Matthias Kuchta spielten die Kinder das Märchen mit großer Ausdruckskraft und Freude.
Im Anschluss an das Stück konnten die Kinder noch einen eigens für die Premiere kreierten Tanz vorführen. „Die Choreographie stand innerhalb weniger Minuten, da hatte ich gar nichts mit zu tun. Das ist einfach aus der Musik erwachsen“, erzählt Hermann.
Marika Feldhoff, deren Tochter Isabel die Zucker liebende Königin spielt, meinte, besonders vom Tanzen sei zu Hause viel berichtet worden. Insgesamt sieht es so aus, als sei das Ferienprojekt sehr gut angekommen.
Theater beim Ferienspaß
Kerstin Drogi und Tochter Marie etwa wollen den Ferienspaß auf jeden Fall wieder in Anspruch nehmen. Bettina Fennel, deren Tochter Franziska in die Rolle des Frosches schlüpfte, ist vor allem vom Lerneffekt überzeugt: „Körperbeherrschung, Gestik und Mimik, all das und noch viel mehr bekommen die Kinder hier beigebracht.“
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