Radevormwald: Kinder müssen umziehen
VON ANTJE DAHLHAUS - zuletzt aktualisiert: 22.09.2009Radevormwald (RPO). Laut Landesgesetz reicht der Platz im Elterninitiativ-Kindergarten Im Springel nicht mehr aus. Ein schon geplanter Anbau platzte, weil er dem Besitzer des Gebäudes zu teuer ist. Jetzt geht die Suche nach neuen Räumen los.
Ein wenig Wehmut schwingt schon mit bei den Eltern und Erzieherinnen des Elterninitiativ-Kindergartens Im Springel. Nach gut zwei Jahrzehnten auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei im Springel muss der zweitälteste Kindergarten der Stadt demnächst umziehen. Grund ist das neue Kinderbetreuungsgesetz des Landes, kurz Kibiz genannt. Nach den Richtlinien des Landesgesetzes von 2008 reicht die Quadratmeterzahl der Einrichtung nicht aus, um auch jüngere Kinder als Dreijährige aufzunehmen.
Lange geplant und vom Rat bewilligt war deshalb ein Anbau an das bestehende Gebäude in Form eines Wintergartens, um dem Kindergarten den benötigten Raum zu verschaffen. Doch vor wenigen Tagen machte der Vermieter einen Rückzieher. "Es war ihm schlicht zu teuer", sagt Anja Jakubiak, Vorsitzende des Elterninitiativ-Kindergartens.
36 Jahre alt
36 Jahre existiert der Elterninitiativkindergarten im Springel. Er wurde aus Mangel an Kindergartenplätzen in der Stadt zum damaligen Zeitpunkt unter anderem von Presbyter Eduard Otter mitgegründet.
Der Kindergarten ist das einzige Ein-Gruppen-Kinderhaus. Er soll eine besonders familiäre Atmosphäre ermöglichen. Aktuell besuchen den Kindergarten 20 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren.
Rückzieher kam spät
Dafür hätten Eltern wie Erzieher zwar Verständnis, bedauerlich sei nur, dass dies erst so spät geäußert wurde. Nun sucht der Kindergarten nach neuen Räumen. "Ideal wären 150 bis 180 Quadratmeter", sagt Jakubiak. Die Lage ist nach ihrer Einschätzung nicht unbedingt entscheidend. "Wir könnten uns ein Gebäude in der Innenstadt mit entsprechenden Grünflächen genauso vorstellen wie ein Gebäude im Außenbereich", betont sie die prinzipielle Flexibilität der Eltern. Auch erforderliche Renovierungsarbeiten, etwa in einem älteren Gebäude, wären für die sehr aktive Elternschaft kein Problem.
"Schön wäre es, wenn schon das Gebäude etwas Besonderes ausstrahlt", sagt Jakubiak. Die Grundschullehrerin hatte bereits einen Sohn in dem Kindergarten und hat inzwischen auch ihr zweites Kind dort angemeldet. "Ich würde es noch ganz vielen Kindern wünschen, wenn sie die besondere Atmosphäre, die Im Springel herrscht, erleben dürfen", sagt sie.
Drei Objekte haben sich die Erzieherinnen bereits angesehen, doch etwas Passendes war noch nicht darunter. "Es hat unheimlich viele ehemalige Eltern gegeben, die sich mit Vorschlägen an uns gewandt haben", freut sich Leiterin Dorit Hedderich über die große Unterstützung. Und verstecken muss sich die Einrichtung nicht. "Wir haben im Springel die Miete zuverlässig gezahlt", sagt Jakubiak. Auch dies könnte ein Anreiz für künftige Vermieter sein.
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